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05.06.2007
HANDWERK
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Die Marktgesetze der Illegalität
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Dass die Dumping-Preise der Schattenwirtschaft eine Belastung für die Betriebe sind, ist keine Neuigkeit. Doch wie extrem verbreitet die Schwarzarbeit ist, hat jetzt eine Stichprobe der Arbeitsagenturen ergeben.

Es ist ein Trick, den Arbeitsagenturen immer mal wieder einsetzen: Wenn die Vermutung naheliegt, dass die Schwarzarbeit wegen des schönen Wetters blüht, werden Erwerbslose bestimmter Branchen zu Vollzeitmaßnahmen eingeladen, etwa zum Bewerbertraining. Der Grund: Die Arbeitslosen, die für solche Schulungsangebote schlicht keine Zeit haben, verzichten häufig auf weitere Geldleistungen – und verabschieden sich damit freiwillig aus der Arbeitslosenstatistik.

In Sachsen-Anhalt und Thüringen ist jetzt erstmals statistisch erfasst worden, wie hoch diese Quote ist. Das überraschende Ergebnis: Beinahe jeder zweite der 300 Bauarbeiter, Gebäudereiniger, Kellner und Taxifahrer, die unter die Lupe genommen wurden, hat sich nach einer Einladung bei der Arbeitsagentur abgemeldet.

„Erwerbslose dürfen ja bestimmte Nebeneinkünfte haben. Wenn aber 46 Prozent vollständig und freiwillig auf Leistungen verzichten, liegt die Vermutung nahe, dass andere Einnahmequellen vorhanden sind“, sagt Bianka Kleschtschow, Pressesprecherin der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Welche Rückschlüsse lassen diese Zahlen zu? Einerseits wäre es positiv, wenn die Arbeitsagenturen den „Missbrauch der Sozialleistungen beschneiden“ würden, schreibt der Journalist Christian Geinitz in einem Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Andererseits „verschöbe dies lediglich die Kriminalität von der Arbeitsverwaltung zurück in den Arbeitsmarkt.“ Ein Schwararbeiter ohne Arbeitslosengeld I oder II bleibe nun einmal ein Schwarzarbeiter.

Außerdem würden auch in der Illegalität die Marktgesetze gelten, meint Geinitz: „Die Schwarzarbeiter machen nichts anderes, als eine Tätigkeit anzubieten, deren Preis zu legalen Konditionen offenbar zu hoch ist.“ Die Löhne, Steuern, Abgaben, die Bürokratie und die Regulierungsdichte in Deutschland hätten ein „untragbares Niveau“ angenommen. Daher könne die Senkung der Arbeitskosten der Schwarzarbeit den Boden entziehen.

(sfk)


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