Freenet sieht sich im Fall Meyer allerdings nicht in der Verantwortung: Es sei eine "umfassende, wenn auch noch nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führende Bearbeitung" erfolgt, was zumindest teilweise auch von Meyer zu verantworten sei, die nicht bei jedem Prüfversuch von Freenet den dafür erforderlichen Computer angeschlossen hätte. Diesen Vorwurf weist Meyer allerdings zurück: Gemeinsam mit einem Bekannten habe sie schon frühzeitig den PC angeschlossen und Freenet eine Fehleranalyse ermöglicht. Danach dauerte es noch fast zwei Wochen, bis ihre Kunden sie wieder erreichen konnten. Erst die Recherchen dieser Zeitung, ein Tipp der Telekom und die hartnäckigen Anrufe von Meyers Oldenburger Anwalt Dieter Bendig bei Freenet führten zur Lösung. Für Bendig ist das alles unverständlich. "Im Normalfall bekommen Kunden solche wichtigen Informationen wie den Tipp der Telekom gar nicht. Wer weiß, wie lange es sonst gedauert hätte."
Bendig prüft nun, ob Meyer den Umsatzausfall Freenet in Rechnung stellen kann. "So etwas ist in aller Regel jedoch schwer, da der Betroffene den konkreten Schaden nachweisen müsste." Um so wichtiger ist es, bei einem Wechsel Vorsorge zu treffen. Expertin Eigner empfiehlt in Fällen, in denen die wirtschaftliche Existenz von der Erreichbarkeit abhängt, nicht vorschnell zu wechseln. "Wenn alles gut funktioniert, sollte man sich das gut überlegen." Oder zumindest vorher den Kunden noch eine zweite Nummer mitteilen, über die das Unternehmen im Notfall zu erreichen ist.
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(jw)