Kavalierstart und mit Tempo 200 zum Kunden? Auch mit dem Firmenwagen lässt sich Energie sparen – bis zu 25 Prozent der Benzinkosten. Ein wenig Training hilft dabei.
Der richtig Umgang mit dem Gaspedal schont Finanzen und Umwelt. Wie das geht, steht zwar bei fast jedem Wagen in der Betriebsanleitung: Schwung nutzen, früh hoch schalten, ... Nur in der Praxis scheint das wenig zu fruchten. Darum nutzen immer mehr Unternehmen die zahlreichen Angebote zum Spritspartraining. In ein paar Stunden wird hier geübt, was auf die Dauer die Firmenkasse entlasten soll.
Alwin Otten hat seine Mitarbeiter schon 2003 zu einem solchen Training gebeten. „Damals waren die Preise noch nicht ganz so hoch“, erinnert sich der Geschäftsführer des Kälte- und Klima-Fachbetriebs Alwin Otten GmbH in Meppen. „Da wir eine große Flotte haben, wollte ich das Bewusstsein dafür schärfen, wie man sparsam fährt.“ Einen Tag gingen zwei Trainer des Deutschen Verkehrssicherheitsrats mit der Otten-Belegschaft Theorie und Praxis des Sprit sparenden Fahrens durch. Die Resonanz sei gut gewesen – „auch wenn immer welche dabei sind, bei denen das für die Katz ist“.
Zufrieden ist Otten schon, wenn er sieht, dass Mitarbeiter mit weniger Schwung als früher auf den Hof fahren und ihre Wagen pfleglicher behandeln. „Dann kann ich davon ausgehen, dass die auch bewusster fahren.“ Das sich das lohnt, weiß der Unternehmer aus eigener Erfahrung: „Ich habe meinen Verbrauch um etwa zehn Prozent gesenkt. Sonst habe ich mit einer Tankfüllung rund 800 Kilometer geschafft, jetzt sind es im Schnitt 900.“
Das Einsparpotenzial ist erheblich. Um bis zu 25 Prozent lasse sich der Verbrauch eines Pkw durch ein Fahrertraining senken, hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ermittelt. Bei einem LKW seien es bis zu 15 Prozent. Andere Quellen gehen von acht bis 20 Prozent aus.
Training ist wichtig
Angeboten werden solche Trainings vom Deutschen Verkehrsicherheitsrat (DVR), von Autoclubs und manchen Nutzfahrzeug-Herstellern. Doch lohnen sich die 51 Euro überhaupt, die zum Beispiel der DVR pro zu schulendem Mitarbeiter verlangt? Die Schritte zum Sprit sparen lassen sich doch auch so nachlesen. „Die Tipps nur zu lesen, genügt nicht“, betont Jochen Lau vom DVR. Dafür seien manche Verhaltensweisen einfach zu eingespielt. Die größte Wirkung habe es zum Beispiel, schon bei niedrigen Drehzahlen höher zu schalten, um schnell in den größten Gang zu kommen. „Aber das verlangt Autofahrern viel ab, die vielleicht schon seit 20 oder 30 Jahren etwas anderes gewöhnt sind.“
Und was kommt dann?
Ebenso wichtig sei es , die Zügel nach dem Training nicht wieder schleifen zu lassen. „Zwingen kann man Mitarbeiter nicht, aber man kann sie ermutigen“, glaubt Lau. Mehr bringe es, immer mal wieder an das Gelernte zu erinnern, zum Beispiel am Rande einer Mitarbeiterbesprechung. Und warum nicht finanzielle Anreize schaffen und zum Beispiel einen Teil der Ersparnis an die Mitarbeiter weitergeben? Lau: „Dann würden alle gewinnen: Unternehmen, Mitarbeiter und Umwelt.“
So sparen Sie Sprit
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21.11.2006
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