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Preise purzeln nicht
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Verbraucherschützer erteilen so manchem Internetportal für Handwerkerauktionen schlechte Noten. Aus Sicht der Betriebe hat diese Nachricht auch ihre gute Seite: Nicht immer sinken die Preise für Aufträge so drastisch, wie sich die Auftraggeber das wünschen.

Der Praxis-Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ-NRW) zeigt: Startpreise von Auktionen werden um bis zu 60 Prozent gedrückt. Doch das sind Ausnahmen. Knapp zwei Drittel aller Auktionen, vor allem auf kleineren Portalen, bringen Auftraggebern keinen nennensweiten Preisvorteil.

Die VZ-NRW hat acht Portale getestet: My Hammer, Profis, Jobdoo, Work5, Undertool, Quotatis, Blauarbeit und Go4bid. Krasse Unterschiede haben die Verbraucherschützer bei den Aktivitäten entdeckt. Die Skala reicht von „sehr rege bis kaum vorhanden“.

Beim Marktführer My-Hammer zählten die Tester an einem Stichtag zur Mittagszeit 32.083 Versteigerungen. Dagegen habe das Portal das Go4bid seine Tätigkeit offenbar eingestellt. Alle dort erwähnten 23 Auktionen waren schon “beendet“, auch die als “Top-Auktion“ oder “neu eingestellt“ aufgemotzten.

An drei Portalen haben sich die VZ-NRW-Tester die Zähne ausgebissen. Was auf der Plattform von Quotatis geschehe, sei weder für Kunden noch für Handwerker erkennbar, weil der Anbieter Auftraggeber und Auftragnehmer intern per E-Mail zusammen bringe. Die Auktionen von Go4bid und Blauarbeit haben sich der näheren Betrachtung entzogen, weil sie nicht per Stichtag enden. Dort können die Parteien jederzeit Kontakt aufnehmen, sich einigen und die Auftragsvergabe beenden.

Bei den fünf verbliebenen Portalen haben die Tester jeweils die fünf aktuellsten Auktionen für die Rubriken “Maler“ und “Klempner“ unter die Lupe genommen. Ergebnis: Das Drücken der Preise per Versteigerung funktioniert eher selten. Knapp zwei Drittel (31) der insgesamt 50 untersuchten Aufträge waren ohne Gebot. Oder es fand sich lediglich eine Offerte zum Startpreis (8).

Verrückt: Bei Undertool liefen drei Auktionen laut VZ-NRW sogar andersrum. Der günstigste Maler wollte beispielsweise “Decken und Wände“ statt zum Startpreis von 250 nur für 390 Euro streichen.

Vier Auftraggeber mussten sich mit Preissenkungen von weniger als einem Prozent begnügen. So gesehen bei Jobdoo, wo ein Zimmer für lediglich ein Euro unter dem Startpreis von 350 Euro tapeziert werden sollte. Nur bei jeder dritten der 50 Auktionen wurde der Einstands-Preis merklich gedrückt. Die größte Differenz haben die Tester bei Work5 entdeckt. Dort hat ein Betrieb die Dämmung eines Achfamilienhauses für 40.000 Euro übernommen – der Startpreis hatte bei 51.000 Euro gelegen.

Wie beurteilen Betriebe die Ergebnisse des Praxistests? Malermeister Michael Herden kann die Ergebnisse der VZ-NRW-Tester nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Er hat rege Aktivitäten auf den Portalen verfolgt und ärgert sich, dass „die Preise oft im Keller“ seien. Aber man müsse ja nicht alles annehmen. Sein Betrieb in Sassenburg (Niedersachsen) bezieht die Hälfte der Aufträge aus Internet-Auktionen. My-Hammer und Blauarbeit sind die Portale, die Herden am häufigsten benutzt.

(ja/sfk)

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