Alle Jahre wieder versuchen vermeintliche Gelbe Seiten Handwerker hinters Licht zu führen. Wer das Fax oder den Brief unterschreibt, hat die Bescherung.
Kirsten Dost ist außer sich. „Wie kann man kleinen Betrieben so etwas antun“, fragt sie verzweifelt. Die Bürokraft der Zimmerei H. und M. Specketer in Schwanewede hat kürzlich ein Fax von der Firma gelbeseiten.ag erhalten. Anfangs war sie verwundert, da sie doch eine Woche zuvor erst einen Anruf der Gelben Seiten erhalten hatte, die ihre Basisdaten abgleichen wollten.
Im Büro ihrer Brüder achtet die Norddeutsche jedoch auf das Kleingedruckte. „Wenn man das nicht liest, fällt man ganz einfach auf die Masche herein“, warnt sie. Ihre Unterschrift wäre sie teuer zu stehen gekommen: 89 Euro pro Monat bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren. „Eine Unverschämtheit“, betont Dost.
Andere Anbieter würden einfach anrufen. Und wenn in der Werkstatt jemand ans Telefon geht, und aus Unwissenheit sage, sie sollen doch was schicken, „flattert umgehend eine Auftragsbestätigung ins Haus“, sagt sie empört.
Gefährlich sei das besonders für kleine Betriebe, wo niemand, so wie sie, die Post abfange. „Das ist absolut unfair“, stellt Dost fest. Und wenn mal ein nett gemeinter Anruf kommt? „Ich werde immer bissiger“, gibt sie zu. In den letzten Jahren kamen mindestens drei Anrufe dieser Art.
Was die Frau außerdem ärgert: „Es ist nicht mal eine Telefonnummer oder ein Ansprechpartner zu finden, an den man sich wenden kann.“ Lediglich eine Londoner Adresse und ein E-Mail-Kontakt sei auf dem Faxformular angegeben. Aber damit könne sie nichts anfangen.
Haben auch Sie kuriose Post, E-Mails oder Anrufe von Branchenverzeichnis-Anbietern dieser Art erhalten? Was haben Sie erlebt?
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(ja)