Dildo-Tischler erregt die Nachbarschaft
Spaßbringer vom Land: In dem kleinen Ort Hettigenbeuern drechselt Elmar Thüry Dildos und Vibratoren aus Fichtenholz – jetzt bangen seine Mitbürger um den guten Ruf ihres Dorfes.
Thürys Sexspielzeuge aus Odenwälder Holz sind bei namhaften Erotikhändlern beliebt. Doch nicht jeder Einwohner des Ortes im Neckar-Odenwald-Kreis teilt diese Begeisterung. Schon gar nicht, seit sie in ihren Briefkästen Prospekte fanden, in denen der 52-jährige Handwerker für seine "Spaßbringer vom Land" wirbt. "Die Leute haben ein moralisches Problem, das ich nicht nachvollziehen kann. Wenn ich eine spezielle Waffe erfunden hätte, gäbe es keinen Aufschrei."
Bei der örtlichen Handwerkskammer ist Thüry übrigens als "Drechsler und Elfenbeinschnitzer" eingetragen. Seit anderthalb Jahren produziert er seine "Holdis" – die Abkürzung von Holzdildo. Warum aus Fichtenholz? "Das ist ein sehr langfaseriges Holz, das Vibrationen besser übertragt als Hartholz", antwortet Thüry. Probleme habe es anfangs mit der Beschichtung der Erotikprodukte gegeben. Mittlerweise benutzt er Lack auf Wasserbasis: "Alles andere provoziert allergische Reaktionen."
Sein persönlicher Favorit aus seiner Produktpalette heißt "Bärenzunge". Und überhaupt: Die Dildos aus Hettigenbeuren würden nicht nur Frauen, sondern auch Männern gefallen: "Man kann so schön damit auf Entdeckungsreise gehen."
(sfk)