Jeder sechste Handwerker verdient "offiziell nichts". Das ist das Ergebnis der jüngsten handwerk.com-Umfrage. Da scheinen die Steuerberater ganze Arbeit zu leisten.
Und überhaupt: Der größte Teil der Handwerker, die sich an der handwerk.com-Umfrage beteiligt haben, bewegen sich in – um es vorsichtig auszudrücken – in moderaten Einkommenskreisen. Zwei Drittel weisen einen Jahresgewinn unter 25.000 Euro aus (34 Prozent sogar unter 12.000 Euro).
Ganze 14 Prozent haben am Ende des Jahres bis zu 50.000 Euro in der Tasche.
Immerhin drei Prozent der Befragten können sich über einen Netto-Verdienst von 100.000 Euro und mehr glücklich schätzen.
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat die Entwicklung der Netto-Einkommen von Selbstständigen verfolgt. Darin heißt es: „Selbstständige als Hauptverdiener eines Haushalts stehen mit Abstand an der Spitze der Einkommenshierarchie.“ An zweiter Stelle stehen laut der Statistik Beamten- und Angestelltenhaushalte, deren Nettoeinkommen im Schnitt 24.700 Euro im Jahr beträgt. Und am unteren Ende der Einkommenshierarchie rangieren Arbeitslose mit durchschnittlich 12.500 Euro.
Vergleicht man diese Ergebnisse mit denen der handwerk-com Umfrage, sieht die Bilanz düster aus. Demnach würde jeder dritte Handwerksunternehmer zur unteren Einkommensschicht gehören.
Besonders auffällig an der Statistik der bpb ist, dass es nur bei den Selbstständigen mit den höchsten Jahreseinkommen zu einer deutlichen Verbesserung des Einkommensniveaus gekommen ist. Alle anderen Haushaltstypen mussten sich mit wesentlich geringeren Einkommenszuwächsen begnügen.
(ja/sfk)