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Gemeinsam mit Obi & Co?
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Obi und andere Baumarktketten bieten ihren Kunden Handwerker-Services an und stoßen dabei auf Widerstände.

Von Astrid Funck

„Mehr vom Fach: Wir nehmen Ihnen den Stress ab, der bei Renovierungs-Arbeiten aufkommt. Sie suchen sich die Ware bei Obi aus, werden kompetent beraten und qualifizierte Handwerker bauen alles ein.“ Mit diesen Worten wirbt Obi als Marktführer unter den deutschen Baumarktketten für das „Rundum-Sorglos-Paket“ des „Obi-Renovierungs-Service“.

Die Strategie der Baumärkte, ihre Wertschöpfungskette durch Vertragshandwerker auszuweiten, hat im Handwerk bereits für viel Zündstoff gesorgt. Neben Obi bieten auch andere Baumärkte eine Handwerker-Vermittlung (Max Bahr) oder einen umfassenderen Handwerker-Service (Hornbach, Toom) an, wo der Kunde von der Angebotserstellung bis zur Komplettrechnung und Abnahme alles aus einer Hand bekommt.

„Die Handwerkervermittlung in Baumärkten gestaltet sich wegen der mangelnden Produktloyalität etwas schwierig“, sagt Oliver Weisse, der als Abteilungsleiter unter anderem für den Obi Renovierungs-Service (ORS) verantwortlich ist. Die Handwerker seien zum Teil abtrünnig geworden und hätten den Kunden gegenüber an den Obi-Produkten herumgemäkelt, das sei aus Telefonbefragungen der Baumarktkunden hervorgegangen. Die Obi-Pressesprecherin Johanna Meessen spricht von einer „schweren Geburt“, schon bei den ersten Gesprächen Ende der 90er Jahre hätten die Kammern „ziemlich geblockt“. Sie verweist auf die 180 Millionen Kundenkontakte pro Jahr in den Obi-Märkten, von denen die Handwerker mit profitieren könnten.

Nach Angaben von Frank Wensing, Bereichsleiter ORS, bietet Obi seinen Kunden seit sechs Jahren einen Renovierungsservice mit Außendienst an, aktuell an 36 Standorten in Deutschland. Einziger Ansprechpartner für Kunden und Handwerksbetriebe sei der Projektleiter des ORS im jeweiligen Markt. Anhand der Aufmaßergebnisse erhalte der Kunde ein detailliertes Angebot mit Festpreisen und am Ende nur eine Obi-Rechnung – unabhängig davon, wie viele Gewerke am Renovierungsprojekt beteiligt waren.

"Es rechnet sich für mich"

Die Handwerkspartner, auch damit wirbt das Unternehmen, werden durch die Obi-Zentrale in Wermelskirchen zertifiziert. „Viele der heutigen ORS-Kooperationspartner zählten und zählen in den Obi-Märkten bereits zu den Stammkunden“, erklärt Wensing. Für die Bewerberauswahl werden ihm zufolge Unterlagen wie Gewerbeanmeldung und die Eintragung bei den Handwerkskammern geprüft, die Obi-Mitarbeiter gehen in die Betriebe und auf Baustellen und schauen sich Referenzobjekte an. Wer anhand des Prüfkataloges eine bestimmte Punktzahl erreicht, bekommt das ORS-Zertifikat. Zu welchen Konditionen die Firmen arbeiten, ist Wensing nicht zu entlocken.

Schreinermeister Andreas Wegemann aus Schwelm ist so ein zertifizierter Handwerker, der bei Obi einen Vertrag unterschrieben hat. Genaue Zahlen will auch er nicht nennen. Sein Betrieb montiert für die Baumarkt-Kunden in Schwelm, Remscheid und Wuppertal Türen, Fenster und Treppen. Desweiteren übernimmt er Bodenverlegearbeiten. Er habe mit Obi einen Stundenverrechnungssatz ausgehandelt, an dem er sich orientiere, erstelle aber für jeden Auftrag ein Angebot, das der Baumarkt dann in das Gesamtangebot einbinde, sagt der Unternehmer. „Es ist einfach noch ein zusätzliches Standbein, und es rechnet sich für mich.“

Büttel auf dem Billigmarkt?

„Wenn so etwas zu fairen Bedingungen läuft, ist im Grunde nichts dagegen zu sagen“, meint Dietmar Rokahr, Leiter der Betriebsberatung der Handwerkskammer Hannover. Er warnt jedoch davor, sich auf Knebelverträge mit zu niedrigen Verrechnungssätzen einzulassen.

Sein Berufskollege Wolfgang Miethke von der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen wird deutlicher: „Ich stehe dieser ganzen Geschichte aus Handwerkersicht sehr kritisch gegenüber, denn ich bewege mich da auf dem Billigmarkt.“ Zielgruppe der Baumärkte seien nun einmal sehr preisbewusste Kunden, weshalb mit geringeren Stundensätzen zu rechnen sei. Und am Materialverkauf verdiene der Handwerker keinen Cent. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Handwerkspartnern um Einzelkämpfer und nicht zulassungspflichtige Betriebe handelt, scheint mir daher sehr hoch zu sein“, erklärt Miethke.

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Ja, das spart Geld und ist gesünder.

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