Jetzt wird´s ernst. In Berlin ist die Schonfrist seit Beginn des Monats vorbei. Wer sich ohne Plakette erwischen lässt, zahlt. Viel schlimmer aber ist, dass in punkto Ausnahmeregelungen jede Stadt macht, was sie will.
Hannovers Ausnahmen gelten nämlich in Berlin noch lange nicht. Seit Anfang Februar werden Autofahrer in der Hauptstadt ohne Plakette zur Kasse gebeten: 40 Euro und einen Punkt in Flensburg kostet der Spaß. In Köln gilt die Übergangszeit noch bis Ende März und in Hannover werden bis zum 30. April keine Verstöße geahndet.
Die Verwirrung ist also perfekt: Viele Städte – viele Regelungen. Bis Ende des Jahres wollen insgesamt 22 Städte Umweltzonen eingerichtet haben. Weitere Verunsicherungen der Autofahrer werden vermutlich nicht ausbleiben. Denn trotz einer bundesweiten Kennzeichen-Verordnung „entscheiden die Kommunen selbst, wie sie die Regelungen gestalten“, sagte Thomas Hagbeck, Sprecher des Bundesumweltministeriums der
Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ).
Beispiel rote Plakette: In Hannover darf man damit ab 2009 nicht mehr in die Umweltzone, in Berlin hingegen noch bis 2010. Und in einigen süddeutschen Städte eventuell noch bis 2012. Ausnahmeregelungen sind zudem nur in der Umweltzone der Stadt gültig, die sie bewilligt, berichtet die HAZ. Wer beispielsweise eine Ausnahmebescheid für Hannover hätte, müsste sein Auto aber vor den Toren Berlins stehen lassen.
(ja)