Bedarfs- oder verbrauchsbezogen? Monatelang wurde um den Energiepass gestritten. Jetzt zeigt sich: Eine große Mehrheit der Hauseigentümer glaubt, dass dieses Instrument verpufft.
Was war das für ein Gezerrre zwischen Politik, Handwerk und Lobbyisten. Zeitweise sah es schon danach aus, als würden alle Entwürfe für den Energiepass in Fetzen gerissen. Nun gibt es ihn doch ab 2008, aber ob er beim Kunden ankommt, ist mehr als fraglich.
Nicht einmal ein Drittel der Klientel verspricht sich von dem Papier "mehr Transparenz und Investitionen". Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die der Fachverband SHK Bayern in Auftrag gegeben hat.
Dabei: An Umweltbewusstsein fehlt es den Kunden nicht. Drei von vier Haus- und Wohnungseigentümern sprechen sich für Modernisierungen aus, die den Energieverbrauch senken und das Klima schützen, heißt es. Und eine Mehrheit ist auch dafür, dass der Staat nachhilft. Wie – darüber aber gehen die Meinungen auseinander. Während die einen nach Fördermitteln rufen, fordern andere klare gesetzliche Vorgaben.
Ob Finanzspritze oder Druck – ein Auftragsboom steht Handwerkern laut der Studie nicht ins Haus. Nur knapp sieben Prozent der Haus- und Wohnungseigentümer wollen in den nächsten ein bis zwei Jahren in eine neue Heizung oder Solaranlage investieren. Und etwa jeder Vierte würde solche Maßnahmen nur in Verbindung mit einer ohnehin fälligen Renovierung umsetzen.
Geht es nach Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, müssen sich Hauseigentümer sputen. Sein Plan: Wenn Vermieter gegen Standards im Klimaschutz verstoßen, sollen die Mieter ihre Miete kürzen dürfen.
Doch es ist fraglich, ob Gabriels Schuss losgeht. Mehrere Kabinettskollegen wollen sein Vorhaben entschärfen. Das neue Klimaschutzprogramm der Regierung liegt bis jetzt nur als Rohversion vor. Die Ministerien feilen zurzeit am Gesetzestext.
Umweltschützer sprechen von einer Mogelpackung der Politik. Sie zweifeln das zugrunde liegende Zahlenwerk an und werfen Merkel & Co. vor, sich ihre Klimapolitik schönzurechnen.
Volltreffer oder Rohrkrepierer? Was halten Sie vom Energiepass? Stimmen Sie ab unter
Umfrage Gebäudeenergiepass
(mfi)