Erst asphaltiert, dann angeschmiert
Reisende Bautrupps versprechen, Grundstücksflächen billiger zu asphaltieren als der Wettbewerb. Die Kunden zahlen drauf.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg spricht von "Asphalt-Haien". Die Bautrupps behaupten, sie hätten Asphalt, der bei einem anderen Auftrag übrig geblieben sei, sagt die Sprecherin der Zentrale, Evelyn Keßler. Hausbesitzern böten sie an, mit dem Material den Weg oder die Hofeinfahrt billig in Schuss zu bringen.
Doch von preisgünstiger Leistung könne nicht die Rede sein, betont Keßler. Simpler Trick: Bei der Kalkulation wird mehr Fläche zugrunde gelegt, als nachher bearbeitet. Und das Geld verlangen die Schnäppchenanbieter sofort in bar.
Einen einfachen Trick verwenden sie auch, um nicht zur Nacharbeit gezwungen werden zu können: "In einem aktuellen Fall ist auf der Quittung statt der Firmenadresse nur eine Handynummer angegeben", schildert Keßler. Falls während der Gewährleistungsfrist Schäden auftreten, habe man keine Chance, seine Ansprüche geltend zu machen.
Woher kommen die Haie? "Von einem Trupp wissen wir, dass die Arbeiter mit ausländischem Akzent sprechen – englisch oder niederländisch." Ihre Fahrzeuge hätten Zeugenaussagen zufolge niederländische Kennzeichen, schildert die Verbraucherschützerin. Unterwegs seien die Bautrupps zurzeit nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch in Nordrhein-Westfalen.
(mfi)