Auftraggeber im Ausland locken deutsche Handwerksunternehmer kaum. Die meisten scheuen Aufwand und Risiko, zeigt die aktuelle handwerk.com-Umfrage. Doch deutsche Handwerker sind im Ausland gefragte Fachkräfte.
Nicht nur im Norden Europas locken Auftraggeber mit lukrativen Geschäften. „Chance für Ihren Betrieb“, lautet die aktuelle handwerk.com-Umfrage. 37 Prozent der Befragten sind sich zwar bewusst, dass es eine Chance sein könnte, neben sie aber nicht wahr: „Der Aufwand hält uns ab.“ Unsicher sind 30 Prozent der Unternehmer, sie wollen sich das Lehrgeld sparen. Jeder Zehnte Befragte sagt: „Wieso? Der deutsche Markt reich uns völlig!“
Bleiben noch knapp 22 Prozent, die schon lange im Ausland ihr Geld verdienen. Tatsächlich locken ausländische Betriebe – sogar über die Grenzen Europas hinaus – deutsche Handwerker in die Ferne. Daniel Arndt beispielsweise ist seit Oktober 2007 in Kanada tätig. Der Fußbodenleger aus Mecklenburg-Vorpommern hat seine ganze Familie mitgenommen, berichtet
sueddeutsche.de. In Vancouver Island suchen kanadische Firmen verzweifelt nach deutschen Handwerkern, berichtet der 29-Jährige.
Im vergangenen Jahr hat die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) über 200 Handwerker nach Kanada vermittelt, schreibt das Internetportal. Daniel Arndt hatte schon wenige Tage, nachdem er die Stelle im Internet fand und sich meldete, eine Rückantwort aus Kanada. Dann ging alles ganz schnell. Und der Verdienst? „Wir können uns hier mehr leisten und sparen trotzdem noch“, sagt Arndt.
Die Arbeitsmoral und die Arbeitsleistung der Deutschen sei in Kanada besonders gefragt, berichtet Regina Brodersen vom Dachverband der Bauindustrie in British Columbia. Vor allem Dackdecker, Maurer, Schreiner, Elektriker und Straßenbauer habe sie in den letzten zwei Jahren erfolgreich vermittelt.
Handwerker, die in Kanada Fuß fassen wollen, sollten auf jeden Fall Englisch sprechen. Viel Erfahrung, eine gute Ausbildung, Motivation und Ausdauer sollten die Deutschen mitbringen, betont der ZAV.
(ja)