War es ein Einzellfall oder hat der Oldenburger Richter noch mehr Menschen erpresst? Das prüft die Staatsanwaltschaft Osnabrück. Der zweite Verdacht kommt von einem Bürger aus Ostfriesland. Auch er wirft dem Jurist Erpressung vor.
„Ob sich daraus eine Straftat begründen lässt, ist noch unklar“, betont Manfred Manke, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Osnabrück. Die Ermittler müssten sich erst durch den Stapel beschlagnahmter Unterlagen „durchackern“. Bis die Auswertungen abgeschlossen sind, wird es laut Manke noch einige Zeit dauern.
Unterdessen hat das Gericht entschieden: der Richter, der versucht hatte, einen Emder Metallbauer zu erpressen, wurde vorläufig vom Dienst suspendiert. „Das Gericht hat das Verhalten des Angeklagten als schwerwiegendes Dienstvergehen eingestuft“, sagte Dennis Weilmann, Pressesprecher des niedersächsischen Justizministeriums.
Zuvor war gegen seine Frau ein dreimonatiges Berufsverbot ausgesprochen worden. Die für Korruptionsfälle zuständige Staatsanwaltschaft in Osnabrück wirft der 50-jährigen Staatsanwältin „Geheimnisverrat“ vor.
Nach Bekanntwerden des Erpressungsfalls in Ostfriesland, hatte der Richter laut Staatsanwaltschaft alle Schuld auf sich genommen und die Tat gestanden. „Finanzielle Probleme“ gab der 55-Jährige als Grund für die Tat an.
Die andere Seite: Die Vorwürfe gegen seinen Mandanten, Danny Götze, stuft Anwalt Hendrik Garms als "haltlos" ein. Mehr könne und wolle er jedoch zu dem laufenden Verfahren nicht sagen.
Offen ist derzeit auch, wann es zu einer endgültigen Entscheidung des dienstrechtlichern Verfahrens gegen den Richter kommt.Denkbar wäre laut Weilmann, "dass die Dienstenthebung des Richters verlängert wird". Aber das hänge von dem Stand der Ermittlungen ab.
(ja)