Übervorteilen Unternehmen wie die „Locat Projektsteuerung GmbH“ kleine Betriebe mit großen Auftragsversprechen und hohen Gebühren?
Es klang vielversprechend, was der Anrufer dem Vareler Malermeister Marcus Säfken zu sagen hatte. Er sei auf der Suche nach einem kleinen Betrieb, der „zwei bis drei Bauvorhaben pro Quartal“ begleiten könne. Allerdings sei Eile angesagt. Falls Säfken Interesse habe, solle er noch am nächsten Werktag zum Gesprächstermin bei der „Locat Projektsteuerung GmbH“ in Hannover erscheinen. Die Eile stimmte den Malermeister misstrauisch. Also informierte er sich im Internet über die „Psychotricks der so genannten Auftragsvermittler“.
Als Marcus Säfken dann die Locat-Büroräume in der hannoverschen Innenstadt betrat, kam er sich vor „wie in einem schlechten Film“.
Alle Warnungen stimmten bis ins Detail: „Man wird permanent unter Druck gesetzt. Ich sollte 2800 Euro plus Mehrwertsteuer bezahlen, wobei Fragen zu den Einzelheiten unerwünscht waren.“ Ganze zehn Minuten Bedenkzeit für den Vertragsabschluss ließen ihm die Locat-Mit- arbeiter, angeblich sei ein konkurrierender Malermeister zur Unterschrift bereit.
„Finger weg von solchen Verträgen. Das ganze Geschäftsmodell ist wirtschaftlich unsinnig“, warnt Götz-Rüdiger Kliesch, Justiziar der Handwerkskammer Braunschweig. Dass sich ein potenzieller Auftraggeber an eine hannoversche Firma wende, wenn er für eine völlig andere Region einen Handwerker suche, sei lebensfremd: „Das ist eine Nullnummer, da wird für 2800 Euro ein Sack Luft verkauft.“ Nach dem Vertragsabschluss vermittelten Firmen wie Locat keine konkreten Aufträge, sondern nur Bauvorhaben, um die sich die Betriebe dann bewerben könnten.
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29.08.2003
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