Die Firma steht in Verdacht, Zahnersatz aus China mit Hilfe gefälschter Papiere vertrieben zu haben.
Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt wegen Urkundenfälschung und Verdacht des Betrugs, teilte Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Behörde mit. Die Ermittlungen laufen gegen drei Vorstandsmitglieder der Zahnarztkette.
Ein Zahntechniker hatte die Ermittler auf die Spur gebracht. Der Handwerker arbeitete bis September 2007 für McZahn. Er hat unter anderem für den Zahnersatz aus China so genannte Konformitätserklärungen ausgestellt. Ohne diese Erklärungen dürfen Zahnärzte die Implantate aus Fernost nicht verwenden.
Der Handwerker hatte im Frühjahr von Zahnarztkollegen erfahren, dass McZahn nach wie vor Konformitätsbescheinigungen auf seinen Namen ausstellt. Daraufhin hat er sich an die zuständige Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein (KZVNR) gewandt
„Die KZVNR geht von Fälschungen aus“, bestätigte Baumert. Die Ermittler haben daraufhin die Zentrale von McZahn in Willingen durchsucht und Beweismaterial sichergestellt. „Sicherheitskopien aus den Computern, Akten und Konformitätsbescheinigungen.“
Über die Qualität der Ware aus China lägen Baumert aber keinerlei Erkenntnisse vor. „Die Produkte müssen nicht schlecht sein“, sagt der Staatsanwalt. In diesem Fall gehe es lediglich darum, ob McZahn die Erklärungen oder das Wissen des Arztes ausgestellt hat. Sollte das der Fall sein, müsse die KZVNR einen abrechnungstechnischen Schaden von 860.000 Euro verbuchen.
Das beschuldigte Unternehmen weist den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück. „McZahn hat nach gesetzlichen Vorschriften abgerechnet. Sämtliche Abrechungsunterlagen wurden von den zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen geprüft“ heißt es in einer Pressemitteilung.
McZahn arbeitet mit der Dentalhandelsgesellschaft Silverline-Dental zusammen. Deren alleiniger Geschäftsführer ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied von McZahn, Werner Brandenbusch. Er sei einer der drei Männer, gegen die ermittelt wird. Bis Juni war er noch im Vorstand des Unternehmens, dann habe man sich „wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten mit den Investoren und den übrigen Mitgliedern des Vorstandes ausgeschieden“, heißt es in einer Mitteilung von McZahn.
(ja)