Zurück zur Startseite

Die handwerk.com Hilfe
handwerk.com - Das Info-Portal für Entscheider im Handwerk
Das schreiben handwerk.com User

Kontakt zum handwerk.com Team
Newsletter bestellen
Mailinglisteneintrag



· Profi-Suche





Container




Startseite







14.07.2008
HANDWERK
AKTUELL
Knüppeln ohne Kohle
Jobcenter
Arbeitszeit: 42 Stunden. Position: Filialleiterin. Verdienst: 707 Euro pro Monat – plus Stütze. Die junge Handwerkerin Melanie Specht ist kein Einzelfall.

Denn drei Viertel aller im Niedriglohnsektor beschäftigten haben eine Berufsausbildung und müssen trotzdem zum Arbeitsamt. Das ZDF hat in ihrer Reportage 37 Grad Menschen portraitiert, die wenig verdienen, aber für die Arbeit der Lebensinhalt ist.

Melanie Specht ist Filialleiterin einer Frisörkette in Berlin. Zwei andere Gesellinnen und drei Auszubildende arbeiten unter ihrer Regie. Als sie vor zehn Jahren mit der Ausbildung anfing, kostete ein Haarschnitt noch zwischen 20 und 50 Mark, erinnert sie sich. „Die Kunden sind geiziger geworden. Die Zehn-Euro-Ketten machen das Geschäft kaputt.“ Aber da sie sonst nicht mithalten könnten, musste das Geschäft in dem sie arbeitet nachziehen.

Ihr Einkommen reicht nicht aus, um alle laufenden Kosten wie Miete, Versicherung und Essen zu bezahlen. Deshalb holt sie sich Unterstützung beim Jobcenter. Dort gilt sie als hilfsbedürftige Erwerbstätige und bekommt 110 Euro im Monat. „Klar könnte ich es so machen wie die anderen, aber dann sind wir alle irgendwann arbeitslos“, sagt die Friseurin. Es sei traurig, dass die Leute, die arbeiten gehen, „weniger raus haben“ als Hartz IV-Empfänger. Für ihr Handwerkszeug – Qualitätsscheren beispielsweise – muss sie lange sparen.

„Ich gehe arbeiten, weil ich Spaß an meinem Beruf habe“, sagt Specht. Und der Spaß geht an vier Tagen in der Woche abends weiter. Dann geht sie zur Innung und paukt für die Meisterprüfung. Das Geld dafür hat sie sich zum Teil von ihrer Familie geborgt, die andere Hälft deckt ein staatliches Darlehen ab.

Freizeit hat Specht kaum. Aber ans Aufgeben denkt sie nicht: „Mein Traum ist ein eigenes Geschäft, in dem ich Azubis auf den Beruf vorbereite und mit jungen Menschen arbeite. Und finanziell unabhängig bin“, sagt die junge Berlinerin.

Arm trotz Arbeit: Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht wie Melanie Specht? Was halten Sie davon, dass sich eine Gesellin noch zusätzlich Geld vom Amt holen muss? Schreiben Sie der Redaktion!

(ja)



Leserbrief: Leserbriefe zu diesem Artikel

Zur Druckansicht des Artikels
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel
Artikel versenden
Weiter Informationen zum Thema abbonieren

Suche nach
verwandten Artikeln
Suche nach verwandten Artikeln


 
Anzeige