Monströs, kompliziert, ungerecht. Die Kritik am Steuerrecht wird lauter und lauter. Frage an die Praktiker in den Betrieben: Welche Vorschriften würden Sie streichen?
Finanzminister Peer Steinbrück hat es darauf ankommen lassen. "Nennen Sie mir die zehn sinnlosesten Steuerparagrafen – und ich streiche sie." Wie die
Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt, sind Wirtschaftsprüfer und Steuerberater auf seine Einladung hin zum Streichkonzert im Minsterium gewesen. Wenn nicht sie, wer dann sollte wissen, welche Vorschriften für Misstöne sorgen, so Steinbrücks Überlegung.
Doch die Praktiker haben´s vergeigt. Der Minister hat die Ergebnisse in einem Entwurf für ein "Steuerbürokratieabbaugesetz" aufgezeichnet und jetzt dem Kabinett präsentiert. So manches Regierungsmitglied dürfte seinen Ohren nicht getraut haben.
Gerade einmal 27 Regelungen will das Finanzministerium, nein, nicht abschaffen, sondern modifizieren, heißt es. Die Gespräche mit den Steuerberatern sollen Steinbrück und seinen Beamten signalisiert haben, dass fast alle Paragrafen im Steuerrecht unverzichtbar seien. "Kaum hatte der eine Berater gesagt, dass Sonderregel X abgeschafft gehört, fiel ihm ein zweiter ins Wort, dass das aber nun auf gar keinen Fall gehe", zitiert die SZ Staatssekrektär Axel Nawrath.
Die Dissonanzen freilich sind nachvollziehbar: So gut wie alle Sonderschriften räumen den jeweils betroffenen Steuerzahlern einen Vorteil ein.
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(mfi)