Mahnverfahren per Kettensäge
Spektakulär und illegal: Weil der Bauherr nicht zahlen wollte, hat ein Zimmermeister einen Dachstuhl zu Kleinholz verarbeitet. Kann eine neue Gesetzesinitiative des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) die Zahlungsmoral verbessern?
Fünf Mitarbeiter, zwei Kettensägen, ein Ziel: der Dachstuhl einer Doppelhaushälfte in Hamburg. Der Zimmermeister Hans Hinrich Kolodzy aus Artlenburg (Niedersachsen) hat seinen Forderungen auf drastische Weise Nachdruck verliehen. Anders ausgedrückt: Nachdem er länger als drei Monate vergeblich auf eine Rate über 14.400 Euro gewartet hatte, zerlegte er seine Arbeit fachgerecht in Kleinteile.
Nein, durchgedreht sei er nicht, sagt Kolodzy. Im Gegenteil, er habe seine Handlung bewusst durchdacht: „Glauben Sie ernsthaft, ich bin mit blutunterlaufenen Augen in Hamburg eingefallen? Schwierigkeiten mit Leuten, die nicht zahlen, sind handwerklicher Alltag.“ Er leite seinen Betrieb in der dritten Generation. Und seine beiden Vorgänger hätten sich schon mit den gleichen Sorgen abplagen müssen.