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04.04.2007
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Gute Sprüche – mieses Gefühl
Wie können Bauhandwerker die Schwarzen Schafe unter den Auftraggebern frühzeitig erkennen? Peter Schrank, Baurechtsexperte der Handwerkskammer Magdeburg, weiß die Antwort.
„Besonders problematisch sind erfahrungsgemäß gewerblich aktive, geschäftserfahrene Bauherren mit Sanierungsobjekten“, sagt Schrank. Allerdings erkenne die Mehrzahl der Handwerksbetriebe die Problemauftraggeber aus Ihrer Region – und meidet sie.
Und wenn ein Auftraggeber unbekannt ist? Dann müssten Bauhandwerker „insbesondere bei einer neuen Geschäftsbeziehung“ wachsam sein, wenn sie eine der folgenden elf Fragen bejahen können:
Sollen umfangreiche und vor allem materialkostenintensive Leistungen für nichtöffentliche, gewerbliche Auftraggeber außerhalb der eigenen Region erbracht werden? Ist plausibel, warum dort ansässige Unternehmen nicht zum Zuge kommen?
- Eine dafür typische Aussage:
- ♦ „Aus dieser Region kann man keinen nehmen, die machen nur Murks, sind viel zu teuer, haben keine Zeit.“
Sollen Pauschalpreisvereinbarungen mit ungenauer Leistungsbeschreibung getroffen werden?
- Typische Aussagen:
- ♦ "Sanitärinstallation 1. OG in fix und fertiger Leistung."
- ♦ "Kompletter Innenausbau."
- ♦ „Sämtliche Bodenbelagsarbeiten in fix und fertiger Arbeit.“
Bleiben die Vertretungs- und Abrechnungsverhältnisse unklar?
- Typische Aussagen:
- ♦ "Das macht alles mein Pförtner, Herr XY."
- ♦ "Rechnungen bitte nicht an mich, sondern an Herrn XY."
- ♦ "Den Stundenzettel unterschreibt meine Tochter."
Ist die Fluktuation von Handwerksunternehmen auf der Baustelle ungewöhnlich groß? Sollen Sie auf Planungs- oder Vorleistungen anderer Handwerksunternehmen aufbauen, ohne dass plausibel ist, warum diese die Leistungen nicht zu Ende geführt wurden?
- Typische Aussage:
- ♦ "Die Fa. XY hat angefangen und ist dann einfach abgehauen, es gibt keine zuverlässigen Handwerker mehr, aber Sie sind mein Mann!"
Sollen Sie um umfangreiche Leistungen für Verwandte und Bekannte erbringen?
- Typische Aussage:
- ♦ "Ich dachte, das machst du billiger (umsonst), wir kennen uns doch schon so lange, da hätte ich doch gleich ein richtiges Unternehmen nehmen können!"
Soll bei erheblichen zusätzlichen oder geänderten Leistungen oder Mehrmengen alles mündlich ablaufen?
- Typische Aussage:
- ♦ "Ich nehme doch die goldenen Wasserhähne, aber da brauchen wir jetzt nichts Schriftliches, das kannst Du mit der Schlussrechung abrechnen."
- ♦ "Das kannst du doch mal eben schnell machen, über die Vergütung werden wir uns noch – irgendwann – einig."
Sollen größere Mengen zusätzliches Material ohne Bezug zur eigenen Leistung gekauft werden?
- Typische Aussage:
- ♦ "Kauf Du mal noch eine Palette xy für mich, du bekommst doch Rabatt vom Händler."
Stehen die schriftlichen laufend im Widerspruch zu den mündlichen Erklärungen?
- Typische Aussage:
- ♦ "Die Mängelrügen meines Architekten müssen Sie nicht so ernst nehmen, machen sie doch noch bis morgen die Wand hinten fertig!“
Läuft es am Anfang auffällig gut, obwohl der Bauherr erfahrener Geschäftsmann ist und nichts zu verschenken hat?
- Typische Aussage:
- ♦ "Am Anfang lief alles glatt, der hat mir gleich einen Scheck rübergereicht, obwohl ich noch gar nicht angefangen hatte; und da habe ich mir um die Abschlagsrechnungen zunächst keine Sorgen gemacht.“
Sind die Planung und die Organisation offensichtlich schlecht, obwohl sich der Bauherr und der Architekt schon lange kennen und "vom Fach“ sind?
- Typische Aussagen:
- ♦ „Der Architekt schien keine Ahnung zu haben, da musste ich selbst schnell die ganze Installation planen!“
- ♦ „Das war ein Durcheinander, der Bauherr sagte, die Wand wird rot, der Architekt sagte, die muss braun werden, da habe ich Sie rotbraun gestrichen!“
Soll entgegen den anerkannten Regeln des Faches oder der DIN gearbeitet werden, obwohl die schriftlichen Vereinbarungen etwas anderes aussagen?
- Typische Aussagen:
- ♦ "Das kann ruhig krumm und schief werden, Hauptsache das wird bis zum … fertig.“
- ♦ "Das brauchst Du nicht so genau machen, da sieht sowieso keiner hin."
- ♦ „Ich weiß, dass das Material nicht geeignet ist, aber bau das mal trotzdem ein, ich habe jetzt nichts anderes.“
- ♦ „Ich weiß, der Estrichleger hat gesagt, man soll noch zwei Wochen warten, aber fang doch einfach trotzdem schon an!“

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