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25.09.2007
FUHRPARK
RUND UMS AUTO
„Betrieben stinkt es gewaltig“
Schild Feinstaubgrenzwert erreicht
Fahrverbote in Städten rücken näher. Viele Handwerker kommen in die Bredouille. In Berlin brodelt es.

Viel Zeit bleibt nicht. Ab Januar sperrt der Berliner Senat im Kampf gegen Feinstaub die Innenstadt. Autos ohne Umweltplakette werden verbannt. Und heimische Handwerker mit alten Lastern stehen vor der Frage: Rußfilter, Neuwagen oder Ausnahmegenehmigung? Viele andere Städte verfahren genauso – nur die Uhr tickt zum Teil noch länger.

Die Tischlerei Gegusch trifft der Sperrriegel in der Hauptstadt hart. Zwei Lkw im Fuhrpark gelten als Rußschleudern. Und daran ist nichts zu ändern. „Der Mechaniker hat gesagt, unsere Mercedes 100 und 208 können wir nicht nachrüsten“, sagt Tischlermeister Martin Witt.

Die alten Mercedes sind keine Ausnahme. Selbst für neuere Modelle gibt es keine Lösung. Bei vielen dauert es noch: „Wir müssen für jedes Transportermodell die Freigabe beim Kraftfahrzeugbundesamt beantragen. Erst Ende des Jahres werden wir das Lieferprogramm entsprechend erweitert haben“, sagt ein Sprecher des Ausrüsters Twintec.

Witt ist auf die Mercedes angewiesen. „Manche Fahrten können wir nur mit der Pritsche und dem Möbelkoffer machen“, betont der 45-Jährige. Warum keine neuen Lkw? „Die sind finanziell jetzt nicht drin.“ Außerdem sind die Autos „gut in Schuss und laufen bestimmt noch einige Jahre.“ Doch das zählt nicht.

Den beiden Lastern bleibt wie vielen der rund 14 500 betoffenen Handwerker-Autos in Berlin nur ein Schlupfloch: die Ausnahmegenehmigung. Dafür sind diverse Nachweise nötig und ein paar große Scheine hinzublättern. Bis zu 1000 Euro verlangen die Behörden – je nach Auto und Gültigkeitsdauer. Erfolgsaussicht: Der Senat gebe vor, dass „nur zehn Prozent“ den Wisch erhalten, schlagen Handwerksvertreter Alarm.

„Man kann die Betriebe nicht zu Unmöglichem verdonnern“, schimpft der Geschäftsführer der Berliner Tischler-Innung, Peter Wilms-Posen. Der Umwelt könne man mit anderen Maßnahmen effektiver dienen. Anderorts habe man das begriffen, sagt er und verweist auf Hamburg. Auch Braunschweig habe die Einführung einer Umweltzone abgeblasen.

Die Berliner Politiker dürfen sich auf einiges gefasst machen. Die Innungen wollen gegen jede Ablehnung einer Ausnahmegehnemigung Klage einreichen. „Wir rechnen mit 50 000 Verfahren. So einen Protest hat die Stadt noch nie erlebt“, prophezeit Wilms-Posen.

(mfi)


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