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22.05.2008
KRISENMANAGEMENT
AKTUELL
Pleite in den Ruhestand
Pleite
Pleite in den Ruhestand Wer bei der Altersvorsorge alleine auf den Verkauf der Firma setzt, geht ein großes Risiko ein. Das bekommt nun ein ehemaliger Druckereibesitzer zu spüren: Der Rentner steht vor einem 300.000-Euro-Schuldenberg.

In Bild-Zeitung berichtet ein "Rentner Karl" von seinem Schicksal: 30 Jahre hatte er eine Druckerei aufgebaut, zuletzt mit 25 Mitarbeitern. Der Verkauf sollte die Altersvorsorge sichern, das Eigenheim bis dahin längst abbezahlt sein. Doch der Käufer meldete Konkurs an, überwies nur 15.000 statt der vereinbarten 250.000 Euro.

Weil "Karl" für den Wert der Firma gebürgt hatte, fordert die Bank nun 125.000 Euro von ihm. Weitere Schulden, die der Rentner bedienen muss: Ein Hauskredit (126.000 Euro), Pacht und Nebenkosten für das Haus (30.000 Euro) und die Leasingkosten des ehemaligen Dienstwagens (4000 Euro). Hinzu kommen laufende Ausgaben.

Dem stehen eine Altersrente von 900 Euro und eine Witwerrente von 500 Euro gegenüber. So steigen die Schulden des 71-Jährigen jeden Monat um weitere 910 Euro.

Und so rettet sich der Mann über die Runden:
  • Um die Raten für das Haus zu bezahlen, hat er einen Teil der Rente an die Bausparkasse abgetreten. So kommen andere Gläubiger nicht an dieses Geld.
  • Der Grundstückseigentümer wurde ins Grundbuch eingetragen und verzichtet dafür auf weitere Pacht und Nebenkosten.
  • Sein Wagen - ein alter Golf - ist vor der Pfändung sicher, weil der Kfz-Brief bei der Bank liegt, die den Wagen finanziert.
  • Mit einem 400-Euro-Job verdient er etwas dazu.
  • Auf eine Privatinsolvenz verzichtet er. Danach wäre er zwar in sieben Jahren schuldenfrei, müsste dafür aber sein Haus verkaufen.
Seinen Schuldenberg könne er so zwar nie abtragen, heißt es in der Bild. Aus den geplanten Segeltörns in Südfrankreich wird nichts mehr. Aber zumindest habe er keinen Stress mehr mit den Gläubigern.

Weitere Infos:
  • Abgezockt vom eigenen Nachfolger!
  • Raus aus der Rentenfalle – aber wie?
  • Vielen Chefs droht die Altersarmut!
  • Und weg war die Lebensversicherung
  • Betriebliche Altersvorsorge: Fast ein Fünftel weniger

    (jw)




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