Entweder billig oder teuer – der Markt spaltet sich auf.
Hubert Grimmig hat die gesellschaftliche Entwicklung tagein, tagaus vor Augen – in seinen Auftragsbüchern. Das Auseinanderdriften von Arm und Reich kann der Vertriebsleiter des Treppenspezialisten Frammelsberger an der Nachfrage ablesen. „Es werden billige oder extrem teure Treppen gekauft“, berichtet er. Das Segment dazwischen breche weg.
Was bedeutet das für Tischler und Schreiner? „Sie sollten sich auf eine Kundengruppe konzentrieren.“ Der Handel mit billigen wie auch hochpreisigen Treppen könne lukrativ sein. In beiden Fällen wichtig: Die Treppenmodelle müssen optisch den Zeitgeist treffen.
„Wer es sich leisten kann, der kauft Treppen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen“, betont Grimmig. Holz, Edelstahl, Stein, Glas – alles sei zurzeit gefragt. Die Treppe sei heute ein Möbelstück, das in die Innenraumgestaltung integriert werde. „Wenn der Kunde ein Parkett aus Ahorn hat, will er auch eine Ahorntreppe“, erklärt der Marktkenner. Besonders gefragt seien dunkle Hölzer. Nussbaum, Meerbaum, gedämpfte Akazie, nennt er als Beispiele. „Die Treppenhölzer werden immer hochwertiger“, betont er.
Auch Conny Fuchs, Projektmanagerin bei Nautilus Treppen sieht eine klare Entwicklung am Markt. Seit Ende vergangenen Jahres steigt die Nachfrage. Tischler bestellen bei ihr hauptsächlich einfache Stahlwangentreppen. Bei Architekten und Bauherren dagegen liegen Wendeltreppen, Bogentreppen und Spindeltreppen mit einer Außenwange voll im Trend. Zudem nehmen Sonderanfertigungen zu.
Die Konsequenz für Tischler und Schreiner liegt auf der Hand: Sie müssen sich einen extrem flexiblen Zulieferer suchen.
(mfi)
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10.06.2008
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