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14.07.2008
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Kassieren oder entlassen?
Immer mehr Betriebe ziehen die Notbremse: Sie fahren nur noch zum Kunden, wenn der für Aufmaß, Angebot und Fahrkosten zahlt. "Wir dürfen unsere Angebote und Beratungen nicht mehr verschenken", fordert Handwerker Uwe Dorn. Seine Kunden akzeptieren das. Andere Unternehmer können das nicht, manche entlassen daher Personal.
Kosten weitergeben
In seiner Innung werde er immer wieder belächelt, berichtet Dorn. Doch den Experten für Bautenschutz und Gestaltung stört das nicht, viele seiner Kunden seien bereit, für ein Angebot zu zahlen, berichtet er in einem Leserbrief. Um so mehr freut sich der Unternehmer, dass sich auch andere diesen Aufwand bezahlen lassen, wie zum Beispiel der Handwerker Jürgen Krech. Der stellt seine Kunden vor die Wahl stellt: zahlen oder beim Angebot mithelfen (wir berichteten).
Probleme mit dem Spritpreis
Doch nicht jeder kann oder will die Kosten umlegen: So müssten viele Firmen eigentlich die gestiegenen Spritpreise an die Kunden weitergeben, erklärt Elektroinstallateurmeister Uwe Nothnick aus Spremberg gegenüber dem Internetdienst 20-cent.de. Doch oft sei das nicht möglich: "Die Kunden sind ja selbst gebeutelt", räumt Nothnick ein.
Mitarbeiter schulen
Ähnliche Sorgen hat das Bauunternehmen Tichler: Die höheren Spritkosten könne sie den Kunden zwar nicht in Rechnung stellen, berichtet Anke Tichler in der Rheinischen Post. Doch demnächst sollen sämtliche Mitarbeiter an einer Schulung teilnehmen - das Ziel: sprit-sparender zu fahren.
Sprit sparen
Wie unterschiedlich Handwerker in dieser Lage reagieren, hat die Handwerkskammer Potsdam in einer Umfrage herausgefunden:
- Ein Drittel der Befragten will verbrauchsärmere Fahrzeuge anschaffen oder hat das schon erledigt.
- Rund ein Fünftel nimmt nur Aufträge im Umkreis von 50 Kilometern an.
- Sieben Prozent haben Firmenwagen abgemeldet oder verkauft.
- 13 Prozent haben ihre Wagen auf Erdgas umgeröstet der planen die Umrüstung.
Mitarbeiter entlassen
Letzte Konsequenz sind für manche Firmen jedoch Entlassungen: Acht Prozent der Befragten hätten bereits als Folge der gestiegenen Spritkosten Mitarbeitern gekündigt, berichtet die Handwerkskammer.
Ihre Meinung?hre Meinung
Und wie reagieren Sie auf die Kraftstoffpreise? Sind Entlassungen für Sie eine Alternative? Schreiben Sie uns einen Leserbrief.
Weitere Infos:
Spritspartraining: Runter vom Gas!
Angebot und Aufmaß: Jeder Weg zählt
Download: Das können Sie bei der Anfahrt berechnen
Umfrage: Brechen Spritpreise Unternehmern das Genick?
(jw)


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10.07.2008
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Jeder Weg zählt!
Für jeden noch so kleinen Auftrag lassen Kunden heute gleich mehrere Firmen Angebote erstellen – kostet ja nichts. Von wegen: Handwerker Jürgen Krech macht das nicht mehr mit. Er lässt sich diesen Service bezahlen. Wie er das schafft, lesen Sie hier.
Krech hat nichts dagegen, wenn Kunden Angebote vergleichen. Das sei "grundsätzlich in Ordnung". Doch den Chef der Krech-Zäune GmbH in Northeim ärgert, dass die Firmen auf ihren Kosten sitzenbleiben. Das sei "besonders unerfreulich, wenn es sich dabei um kleinere Auftragsvolumen handelt". Der Kunde spare am Ende vielleicht 200 Euro ein, während für die beteiligten Firmen deutlich höhere Kosten entstünden. Kosten, die niemand bezahlt.
Der Unternehmer geht einen anderen Weg: "Seit einiger Zeit berechnen wir unseren Kunden die Fahrten für Aufmaß und Beratung vor Ort." Bekommt er den Auftrag, verrechnet er diesen Betrag. "Die Akzeptanz bei den Kunden ist gut."
Sparen könnten sich die Kunden diese Kosten, wenn sie beim Aufmaß mithelfen: . "Die Fahrt zur Baustelle und die Beratung des Kunden auf der Baustelle sind Dienstleistungen die zur Angebotserstellung nicht zwingend erforderlich sind", sagt der 48-Jährige. Um ein Angebot zu erstellen, würden oft schon ein digitales Foto von den Örtlichkeiten und ein paar Maße genügen - und beides könne der Kunde selbst liefern.
Auch wenn das bei ihm gut funktioniert, ärgert sich Krech, dass so viele andere Betriebe die Kostenlos-Mentalität der Kunden stillschweigend akzeptieren. "Wir würden es begrüßen, wenn unser Vorgehen Schule macht." Dazu hat der Unternehmer ein paar Tipps:
- Berechnen Sie Ihren Kunden diese Fahrten. Berücksichtigen Sie hierbei die Kosten für das Fahrzeug und Ihren Unternehmerlohn.
- Bieten Sie Ihrem Kunden die Erstattung der Kosten an, wenn er Ihnen den Auftrag erteilt.
- Informieren Sie die Kunden von Anfang an über dieses Vorgehen: Lassen Sie sich einen Serviceauftrag für Aufmaß und Beratung unterzeichnen.
Ihre Meinung?
Wie sind Ihre Erfahrungen? Können Sie Kunden Angebote und Anfahrt in Rechnung stellen? S Schreiben Sie uns einen Leserbrief.
Weitere Infos:
Kostenloser Download: Das können Sie bei der Anfahrt berechnen
(jw)


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08.07.2008
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Abenteuerspielplatz Firma
Als Tischlermeister kümmert sich Ulli Gerke um den Betrieb, als Tagesvater um seine zwei Söhne. Doch nicht jeder Chef kann wie Gerke aus seiner Firma einen Abenteuerspielplatz machen. Dabei wollen immer mehr von ihnen viel Zeit mit den Kindern verbringen. Wir zeigen, wie sie die Doppelrolle meistern.
Vom Tischlermeister zum Tagespapa: Ulli Gerke aus Gladebeck investiert viel, um seine zwei wichtigsten Rollen im Leben unter einen Hut zu bringen - als Vater und als Unternehmer. "Nimmerland" heißt das Projekt, das ihm dabei helfen soll, beide Aufgaben zu vereinen. "Nimmerland wird hier auf unserem Betriebsgelände eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder, eine Mischung aus Kita und Abenteuerspielplatz für die Kinder berufstätiger Eltern", erzählt der 44-Jährige von seinen Plänen. Wie schwierig es für berufstätige Eltern ist, ein zuverlässiges Betreuungsangebot für die eigenen Kinder zu finden, weiß der Vater zweier Söhne ganz genau. Als seine Frau Anfang 2007 starb, stand er vor der Aufgabe, jeden Nachmittag eine Betreuung für seine damals sechs und neun Jahre alten Söhne zu organisieren. Schließlich entschied sich der Handwerker, diese Aufgabe selbst zu übernehmen. Vormittags im Betrieb, nachmittags die Söhne - das war Gerke noch nicht genug. "Ich dachte, ich könnte dann auch noch ein paar andere Kinder betreuen, als Tagespapa." Also absolvierte er "als erster Mann" die Ausbildung des Landkreises zum Tagespflegevater und entwickelte dabei das Konzept für "Nimmerland". "Meine Jungs brauchen mich die nächsten zehn Jahre und so lange will ich nicht auf dem Sofa sitzen." Der Betrieb soll in dieser Zeit jedoch nicht zum Stillstand kommen. Die Lösung: Nimmerland kommt auf das Betriebsgelände, und Gerkes Vater steigt für die nächsten Jahre als Verstärkung wieder mit in den Betrieb ein.
Ulli Gerke ist kein Einzelfall. Zwar plant nicht jeder gleich einen Abenteuerspielplatz, doch immer mehr Unternehmer versuchen, mehr Zeit mit ihren Kinder zu verbringen, ohne den Betrieb zu vernachlässigen. Eigentlich seien Unternehmer dafür geradezu prädestiniert, meint Coach Axel Janßen aus Hamburg: "Unternehmer haben weit mehr Gestaltungsmöglichkeiten als andere, denn sie haben Freiheitsgrade und Ressourcen, die vielen anderen Menschen nicht zur Verfügung stehen." Auf den Aufgabenzuwachs müssten sich Chefs allerdings einstellen, damit er reibungslos gelingt. Dazu hat Janßen einige Tipps:
- Holen Sie sich Hilfe! Auch wenn Sie sonst alles alleine machen und entscheiden. Im Betrieb können Sie Aufgaben verteilen, im Haushalt und der Kinderbetreuung ebenso, wenn es einmal knapp wird. Suchen Sie frühzeitig flexible Tagesmütter und Haushaltshilfen, die Sie auch bei Einkäufen oder als Fahrdienst entlasten.
- Kommunizieren Sie! Wer sich Zeit für sein Kind nimmt, braucht selten weitere Begründung, wenn Aufgaben neu verteilt werden und sich Abläufe ändern. Viele Unternehmer erleben ganz überrascht, wie viel Verständnis Mitarbeiter, Kunden oder auch Geschäftspartner haben.
- Tauschen Sie sich aus! Suchen Sie den Kontakt zu anderen Eltern. Für viele Probleme müssen Sie das Rad nicht noch einmal neu erfinden.
- Vorsicht vor Erfolgsmodellen! Wer im Betrieb erfolgreich auf Zielerreichung achtet und "Just in Time" arbeitet, wird mit dem eigenen Kind einige Überraschungen erleben. Es besteht die Gefahr, dass man Erwartungen aus dem Betrieb auf die Familie überträgt.
- Planen Sie Auszeiten ein! Wer immer im Betrieb präsent ist, läuft Gefahr, am Ende doch keine Zeit für die Kinder zu haben. Planen Zeit ein, die konsequent für die Familie nutzen.
- Schalten Sie ab! Sie selbst brauchen ebenfalls Auszeiten, in denen Sie Kraft schöpfen. Wer sich zwischen Kindern und Karriere zerreißt, könne am Ende beiden schaden.
Weitere Infos:
Elterngeld für Unternehmer
Baby-Alarm? Kein Grund zur Panik! Der familienfreundliche Betrieb macht es möglich
Umfrage: Bitte recht familienfreundlich
(jw)


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26.06.2008
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Kunden unter der Lupe
Sie wollen wissen, ob sich die Teilnahme an einer Messe lohnt? Ein Blick in die Besucheranalyse kann viele Fragen beantworten.
Messen und Ausstellungen haben einen hohen Stellenwert im Marketing-Mix. Da die Teilnahme an Messen jedoch mit einem relativ hohen Aufwand verbunden ist, kommt es auf die Wahl der passenden Messen an. Eine wichtige Rolle spielen dabei Art und Menge der Besucher. Die Kernfrage lautet: Erreichen Sie Ihre Zielgruppe? Diese Frage sollten die Veranstalter beantworten können, zum Beispiel:
- Zahl der Besucher
- Anteil Fachbesucher
- Regionale Herkunft
- Berufliche Stellung
- Häufigkeit des Messebesuchs
Geht es um Firmenkunden, dann benötigen Sie weitere Informationen über die Besucher:
- Wirtschaftszweige, in denen sie arbeiten
- ihre Rolle bei der Kaufentscheidung
- ihr Aufgabenbereich
- die Betriebsgröße
Die Besucherstrukturanalysen für 181 Messen in Deutschland hat die Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen zusammengestellt. Die geprüften Messe- und Ausstellungsdaten 2007 stehen als kostenloser Download zur Verfügung
(jw)


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12.06.2008
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Ein Leben ohne Mittelmaß?
Müssen Handwerker den Gürtel enger schnallen, wenn die Mittelschicht schrumpft? Nicht unbedingt, wenn Sie einen Strategiewechsel wagen. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.
von Jörg Wiebking
Es gibt sie noch die Mitte, doch sie schwindet. Das befürchtet zumindest das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. "Die Schicht der Bezieher mittlerer Einkommen ist in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren deutlich geschrumpft", warnen die Forscher. Im Jahr 2000 zählten demnach 62 Prozent der Bevölkerung zur Mittelschicht, 2006 waren es nur noch 54 Prozent - ein Minus von rund fünf Millionen Menschen. Nur ein kleiner Teil von ihnen schaffte den Aufstieg, die meisten rutschen in die unteren Einkommensschichten ab. Das bekommt auch das Handwerk zu spüren.
"Ich merke das schon ein wenig", bestätigt Hergen Garrelts. Seine Tischlerei in Ekern bei Bad Zwischenahn stellt Designer-Möbel her, spezialisiert hat sich der Betrieb auf hochwertige, individuell gefertigte Küchen. "Früher kamen die Kunden aus allen Bereich der Gesellschaft, ich habe Wert darauf gelegt, dass wir Design für ganz normale Menschen machen, nicht nur für besonders Wohlhabende." Doch die Anfragen der "Normalverdiener" werden weniger, das Gewicht verlagert sich in Richtung "gehobener Mittelstand". Das habe allerdings nicht nur etwas mit dem Einkommen zu tun, sondern auch mit der Einstellung, meint Garrelts: "Viele Kunden reflektieren nicht mehr, ob ein Preis angemessen ist. Oft fehlt die Sensibilität für schöne, handgefertigte Möbel ."
Neue Strategien!
Noch ist das Ende der Mittelschicht jedoch nicht in Sicht, meint Strategieberaterin Kerstin Friedrichaus Dünsen. Und während diese Zielgruppe langsam schrumpfe, wachse die Zahl der Wohlhabenden. Außerdem stehe mit den Mittfünfzigern der Erbengeneration schon die nächste Zielgruppe in den Startlöchern. "Sättigungstendenz - etwa beim gehobenen Wohnen - sind nicht zu erkennen."
Dennoch müssten sich die Firmen auf einen Wandel einstellen: "Wenn die Betriebe nicht aktiv werden, dann holen sich Reisekonzerne und Automobilhersteller eben das Geld dieser Zielgruppe. Die haben nicht so viele Schwierigkeiten, offensiv auf diese Kunden zuzugehen." Für viele Handwerker gehe es dabei um die Strategiefrage: "Wie will ich mich künftig aufstellen, auf welches Marktsegment will ich mich spezialisieren." Damit gewinnen auch Marketing und Innovationsbereitschaft an Gewicht. "Viele müssen erst noch lernen, die Bedürfnisse der Kunden aufzuspüren, passende Leistungen anzubieten und sie zu präsentieren."
Das gilt auch für Betriebe, die sich für den entgegengesetzten Kurs entscheiden und die untere Mittelschicht bearbeiten wollen. "Wer diese Kunden nicht an die Schwarzarbeit verlieren will, muss sich ebenfalls etwas überlegen, zum Beispiel neue Mitmach-Konzepte, um den Preis etwas zu senken und Kunden einzubinden."
Malermeister Erich Block aus Ritterhude hat den Strategiewechsel längst vollzogen . "Wir spüren den Wandel schon seit Jahren, darum arbeiten wir nur noch im Hochpreissegment für Kunden", berichtet der Unternehmer. Das klingt einfach, doch der Wandel hat Narben hinterlassen: "Da ist viel weggebrochen. 20 Mann kann ich damit nicht mehr beschäftigen, so wie früher. Wir sind jetzt zu fünft." Dennoch ist Block zufrieden, denn was bleibt sind anspruchsvolle Technik, hochwertige Materialien und eine Kundengruppe, "die sich einen Handwerker auch wirklich leisten können".
Weiterlesen:
[Ein Leben ohne Mittelmaß?]
[Eine Frage der Strategie]


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27.05.2008
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Kleine Pausen, große Wirkung!
Keine Zeit für eine Pause? Von wegen: Wer viel schaffen will, muss sich auch erholen. Oft genügen schon ein paar Minuten, um mit frischer Kraft wieder richtig loszulegen. Was es bringt und wie es geht, das lesen Sie hier.
von Martina Jahn
Den perfekten Zeitpunkt für eine Pause gibt es nicht. Petra Meyn hat zwar nicht ununterbrochen zu tun. Aber so richtig abschalten kann sie im Büro selten. Die Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Arbeitskreis Uelzen/Lüchow-Dannenberg ist die rechte Hand ihres Mannes Michael. Gemeinsam führen sie einen kleinen Steinmetz- und Bildhauerbetrieb in Uelzen. "Sogar während der Mittagspause und nach 18 Uhr habe ich das Telefon bei mir", sagt die Unternehmerfrau. Denn die Kunden würden auch während der Pausen oder nach Feierabend im Betrieb vorbeischauen. Dennoch: "Zum Essen verlasse ich meinen Schreibtisch", betont sie. Die Mitarbeiter essen gemeinsam in der Küche - wenn die Termine das zulassen. Dort haben sie ihre Ruhe.
"Mindestens eine große Pause am Tag muss sein", sagt Christine Öttl, Coach für Themen rund um den Job. 15 bis 20 Minuten seien der Idealfall, um Nahrung aufzunehmen. "Sonst kann der Organismus nicht richtig arbeiten." Sie rät dazu, den Arbeitstag im Büro in vier Blöcke zu unterteilen. Kleine Pausen dazwischen lösen den Körper aus der "Erstarrung" und machen den Kopf frei, weiß die Expertin aus München.
"Viele merken gar nicht, dass sie dringend eine Pause brauchen und klagen über Ideenarmut", sagt Öttl. Auch schlechte Laune sei ein Zeichen von Überstrapaziertheit. Da helfen kleine Pausen immer weiter. Ausreden wie "Ich muss dies oder jenes noch schnell fertig machen und dann mache ich eine Pause", dürften nicht gelten. "Disziplin ist gefragt - halten Sie regelmäßige Pausen ein", appelliert sie.
Die Quittung für aufgeschobene Arbeitsunterbrechung erhält der Unternehmer meist schneller, als ihm lieb ist. Das weiß Dr. Beate Beermann, Arbeitszeit-Expertin am Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund. "Sinkende Produktivität ist das Ergebnis versäumter Pausen." Sie weist darauf hin, dass die Verschlechterung der Arbeitsqualität bei mangelnder Erholung wissenschaftlich bewiesen ist. Kurzpausen können dem vorbeugen. "Auch wenn Unternehmer rechnerisch weniger Arbeitszeit verbuchen, sind Pausen wichtig", sagt Beermann. Keiner könne effizient arbeiten, wenn der Körper zwischendurch keine Gelegenheit zur Regeneration hat. Sie warnt Chefs davor, ihre Mitarbeiter mit Überstunden zu belasten und Pausen zu streichen - auch wenn die Auftragslage noch so gut sei. "Das ist eine Milchmädchenrechnung", stellt Beermann klar.
Bei Arbeiten am Bildschirm kann sich der Körper maximal 1,5 Stunden konzentrieren - dann braucht auch das Nervensystem eine Pause, betont Coach Öttl: "Dem Organismus sind natürliche Grenzen gesetzt." Die Münchener Expertin rät dazu, Bewegung in den Arbeitsalltag einzubauen. Bei sitzenden Tätigkeiten sei ein Positionswechsel der erste Schritt. "Nutzen Sie die Treppen anstatt des Aufzugs und dehnen Sie sich ab und zu", empfiehlt sie. Das bringe den Körper auf Touren und steigere die Kreativität.
Das spürt auch Unternehmerfrau Meyn, wenn sie von der Pause kommt. "Wenn das Wetter es zulässt, gönnen wir uns nachmittags im Garten ein Eis", erzählt sie. Bei Gesprächen, die nicht zur Arbeit gehören, könnten alle - wenn auch nur für ein paar Minuten - richtig abschalten. Und wenn sie einmal keine Idee für die Formulierung eines lukrativen Angebots hat? "Dann gehe ich ein paar Schritte und tanke wieder auf."
Weiterlesen:
[Kleine Pausen, große Wirkung!]
[So pausieren Sie richtig!]


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29.04.2008
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Vorsicht, Auskunft!
Kleine Störung, große Wirkung: Wenn Auskunfteien anrufen, sollten Sie hellwach sein. Es geht um Ihre Zukunft!
Schufa, Creditreform oder Bürgel - Wirtschaftsauskunfteien gibt es viele, und ihr Einfluss ist groß: Von den Daten, die sie über Unternehmen speichern, hängen Existenzen ab, denn immer öfter nutzen Geschäftspartner, Lieferanten und Auftraggeber ihre Dienste - und lassen einen Deal platzen, wenn das Urteil ungünstig ausfällt. Um so verwunderlicher scheint es da, wie manche Auskunfteien an ihre Informationen kommen. "Ich war völlig überrascht, als mich die Mitarbeiterin einer Auskunftei anrief und sofort alles mögliche am Telefon wissen wollte", berichtet Andrea Herold. "Auftragslage, Umsätze, Mitarbeiterzahl - alles hat sie interessiert", berichtet die Chefin einer Textilreinigung in Magdeburg. Besonders irrtierte die Unternehmerin, dass sich die Anruferin nicht erst vergewisserte, wirklich mit der Chefin zu sprechen. "Was wäre denn, wenn ein Mitarbeiter mit schlechter Laune ans Telefon geht und den Betrieb schlecht macht?" Das konnte sich die Mitarbeiterin der Auskunftei wohl nicht vorstellen, "Warum jemand so etwas machen sollte, hat sie mich gefragt." Und als Herold zögerte, gab es noch etwas Druck: "Nicht zu an antworten könne von Nachteil sein, dann blieben die alten Daten stehen, hieß es."
Unsichere Quellen
Das könnte allerdings gefährlich sein. Denn Auskunfteien beziehen ihre Informationen aus allen möglichen Quellen, etwa aus Unternehmensregistern, Zeitungsartikeln oder dem Internet. Ebenso sammeln sie Hinweise früherer Geschäftspartner. Und wenn sonst nichts geht, greifen sie auf Statistiken zurück und ergänzen ihre Daten anhand von Durchschnittswerten. "Man sollte sich genau informieren, welche Angaben die Auskunftei über das eigene Unternehmen gesammelt hat", rät Horst-Dieter Wiedermann von der Handwerkskammer Magdeburg. Da jedoch niemand zur Auskunft verpflichtet sei, sollte sich jeder Unternehmer genau überlegen, ob und welche Angaben er macht, betont der Betriebsberater.
Ihr Recht auf korrekte Daten
Wer die über ihn gespeicherten Daten einsehen will, muss diese anfordern. Einzelunternehmer haben darauf einen Anspruch nach dem Bundesdatenschutzgesetz, erläutert Wolfgang Holst, Mitarbeiter des Niedersächsischen Datenschutzbeauftragten in Hannover. Bestreite ein Unternehmer die Richtigkeit der über seinen Betrieb gespreicherternDaten, dann dürfe die Auskunftei sie nicht mehr verwenden. Zudem bestehe ein Anspruch auf Richtigstellung bei nachweislich falschen Angaben. Einträge über angeblich schlechte Leistungen oder unzuverlässiges Zahlungsverhalten ließen sich zum Beispiel mit Referenzen widerlegen. Auch sei eine Änderung durchsetzbar, wenn ein Unternehmer aufzeigen kann, dass die Eintragungen offensichtlich nicht schlüssig sind. "Wenn da zum Beispiel steht, dass der Betrieb 17 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 10000 Euro hat, dann kann etwas nicht stimmen."
Um solche Fehlinformationen auszuräumen, rät Holst Unternehmen dazu, konstruktiv mit den Auskunfteien zusammenzuarbeiten. Die Arbeit der Auskunfteien sei ja sinnvoll. Sich schlicht zu weigern, helfe dem Unternehmen nicht. Wichtig sei es allerdings auch, klare Regeln im Betrieb zu schaffen, wer Auskünfte gibt: "Solche Auskünfte sollten nur über den Chef laufen, sonst werden unbedarft Daten weitergegeben, die vielleicht nicht zutreffen oder den Betrieb im schlimmsten Fall sogar absichtlich in einem falschen Licht erscheinen lassen."
Kein Recht auf die Wahrheit
Und was passiert, wenn ein Unternehmer gegenüber einer Auskunftei falsche Angaben macht? "Einer Auskunftei gegenüber falsche Angaben zum eigenen Unternehmen zu machen, hat rechtlich keine Konsequenzen, solange man mit ihr kein Vertragsverhältnis hat", berichtet Holst. (jw)


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10.01.2008
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Wertvolle Fehler nicht vertuschen
Fehler lohnen sich - wenn sie niemand unter den Teppich kehrt: Bis zu 25 Prozent wirtschaftlicher arbeiten Firmen, die Fehler nicht unter den Teppich kehren, sondern aus ihnen lernen. Unternehmer Harald Meyer sieht darum "Fehler als Chance."
Mitarbeiter, die alles richtig machen? Denen kein Fehler unterläuft? Auf die Sie sich hundertprozentig verlassen können? Vergessen Sie es, die gibt es nicht: Wer arbeitet, macht Fehler. Und - ist das wirklich so schlimm? Ganz im Gegenteil, meint der Gießener Organisationspsychologe Michael Frese: Unternehmer mit einer positiven Fehlerkultur würden um bis zu 25 Prozent profitabler wirtschaften, hat Frese herausgefunden. Eine positive Fehlerkultur zeichne sich dadurch aus, dass Mitarbeiter nicht unter Druck stehen oder gar um ihren Job bangen müssen, sondern alle die Chance nutzen, daraus zu lernen und es besser zu machen.
Lösungen statt Schuldige suchen
„Wir müssen Fehler als Chance sehen, betriebliche Abläufe zu verbessern“, bestätigt Harald Meyer, Geschäftsführer der Meyer Technik Unternehmensgruppe in Ganderkesee. Der 57-Jährige setzt in seiner Firma auf eine positive Fehlerkultur: „Wird ein Problem gemeldet, dann setzen sich die Beteiligten zusammen. Der Verursacher eines Fehlers wird bei uns nicht unter Druck gesetzt oder schief angesehen. Im Gegenteil: Wir bedanken uns für die Information, denn wir wollen die Mitarbeiter ja ermutigen, auch künftig über Fehler zu sprechen.“ Meyer setzte auf die Suche nach Lösungen, nicht nach Schuldigen. Trotzdem ist es nicht leicht, Mitarbeiter von diesem Gedanken zu überzeugen: „In einem Projekt liefen die Kosten stark aus dem Ruder und der Projektleiter dachte, dass er das alleine lösen könnte - nach dem Motto Augen zu und durch“, berichtet Meyer. Im letzten Moment entdeckte der Unternehmer die Schieflage - und fand gemeinsam mit den Beteiligten eine Lösung. „Ganz wichtig ist es, dass Fehler rechtzeitig gemeldet werden“, betont der Unternehmer. Denn wer nicht zugeben will, dass er mit einer Situation überfordert ist, „macht alles meistens nur noch schlimmer.“
Als „Fehlervertuschungsmentalität“ bezeichnet der Psychologe Dieter Frey dieses Verhalten. Das sei zwar verständlich - „zu viele Fehler bedrohen den Selbstwert, deshalb sind sie unangenehm“. Doch Frey hält das Vertuschen für kostspielig: Fehler würden ständig wiederholt, die Suche nach Lösungen verzögere sich - und nicht zuletzt ließen Firmen das Innovationspotenzial ungenutzt, das jeder Fehler berge.
Fehlermanagement installieren
Zu einer Fehlerkultur gehört nach Ansicht von Michael Frese auch ein Fehlermanagement: Fehler zu analysieren, nach ihren Ursachen zu suchen, Lösungen zu entwickeln und alle Beteiligten darüber zu informieren. So geht auch Harald Meyer vor: „Diese Aufgaben lösen wir im Team. Da kommt einiges an Know-how zusammen, und bis jetzt haben wir immer eine Lösung gefunden.“
Für ein geregeltes Fehlermanagement eignen viele Instrumente, zum Beispiel aus dem Qualitätsmanagement, aus dem Kaizen oder dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Doch für wichtiger hält der Unternehmensberater Peter Hochreither die zugrunde liegende Fehlerkultur: Ohne sie, ohne eine entsprechende Haltung und Werte, werde ein Fehlermanagement nichts bringen, betont Hochreither: „Hier zählen menschliche Faktoren, das lernende Unternehmen.“
Weiterlesen:
[Wertvolle Fehler nicht vertuschen]
[Schritt für Schritt zur Fehlerkultur]

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