Zurück zur Startseite

Die handwerk.com Hilfe
handwerk.com - Das Info-Portal für Entscheider im Handwerk
Das schreiben handwerk.com User

Kontakt zum handwerk.com Team
Newsletter bestellen
Mailinglisteneintrag



· Profi-Suche




Container




Startseite







24.07.2008
PERSONAL
MOTIVATION
Bitte (r)echt freundlich!
 Lachende Frau
Gute Laune färbt ab, schlechte Laune leider auch. Chefs, die nur mit finsterer Miene anzutreffen sind, setzen langfristig den ganzen Betrieb aufs Spiel. Gut gelaunt ist halb gewonnen!

Die Stimmung wird schlechter in deutschen Unternehmen: Nur noch zwölf Prozent der Beschäftigten fühlen sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet, hat gerade das Sozialforschungsinstitut IFAK heraus. Im Vorjahr waren noch 15 Prozent der Mitarbeiter motiviert und engagiert bei der Sache. Innerlich gekündigt habe inzwischen fast ein Viertel aller Mitarbeiter, Schuld daran sei vor allem schlechte Personalführung. Steinmetzmeister Karsten Mencke aus Lüneburg wundert das nicht. "Viel zu viele Unternehmer laufen mit schlechter Laune und einem langen Gesicht durch den Betrieb, das färbt auf die Mitarbeiter ab", ist sich der Chef eines Vier-Mann-Betriebs sicher. Verstehen kann Mencke den Frust der Chefs, "die haben schon viel Schlimmes erlebt, da bleibt die gute Laune auf der Strecke." Doch besser werde die Lage davon nicht, im Gegenteil: "Wer immer nur negativ denkt, der zieht die Mitarbeiter mit hinunter." Das sei jedoch genau der falsche Weg: "Kein Mensch wird die Stelle wechseln, wenn die Atmosphäre stimmig ist", betont Mencke. Und was ist mit anderen Faktoren wie Bezahlung und Sicherheit des Arbeitsplatzes? "Die Bezahlung muss natürlich stimmen, aber das Geld alleine ist nicht mehr ausschlaggebend", ist sich Mencke sicher.

Auch auf den Umsatz hat das Arbeitsklima Auswirkungen, meint Marketingberater Christian Jürgens von der Handwerkskammer Lüneburg-Stade. "Heute sind Produkte und Leistungen immer austauschbarer, daher kommt es ganz besonders auf die Mitarbeiter an, welche die Produkte verkaufen." Für Jürgens hängt der dauerhafte Erfolg einer Firma davon ab, ob die Mitarbeiter "mit sichtbarer Leidenschaft und mit ganzem Herzen hinter dem Betrieb und dem Produkt stehen". Ein entsprechendes Betriebsklima zu schaffen, sei für mürrische Arbeitgeber nicht leicht.

Doch warum sind Mitarbeiter so auf die Launen des Chefs angewiesen? "Vorgesetzte haben so eine Art Vater- und Mutterrolle im Betrieb", erläutert der Psychologe und Karriereberater Jürgen Hesse aus Berlin. Und so wie sich die Stimmung der Eltern auf die Kinder auswirke, färbe auch die Laune des Chefs ab. Darum könnten es sich Arbeitgeber eigentlich nicht leisten, ihre Sorgen ungefiltert ans Personal weiterzugeben, "Sonst werden daraus Sorgen der Mitarbeiter, und das wirkt sich demotivierend aus", warnt Hesse. Müssen sich Betriebe also zum Club Med entwickeln und ein Chef zum Animateur mit guter Dauerlaune? So weit würde Hesse nicht gehen. Die Rolle eines Animateurs, der Mitarbeiter auch in schlechten Zeiten motiviert, sei zwar wichtig. Doch "wenn man wirklich schlechte Laune hat, kann man das auch sagen. Wenn es dafür einen Grund gibt und das kein Dauerzustand ist, werden die Mitarbeiter das akzeptieren", verspricht Hesse.

Noch leichter fällt diese Aufgabe, wenn Arbeitgeber eine Beziehung zu den Mitarbeitern aufbauen, rät Jürgens: "Ein Betrieb ist künftig dann am besten aufgestellt, wenn er sich aktiv um seine Mitarbeiter kümmert, wenn er akzeptiert, dass sie ein Privatleben haben und sich dafür interessiert." Für Karsten Mencke ist das die wichtigste Aufgabe überhaupt: "Die Menschen werden krank in unserem System, weil sie immer mehr arbeiten müssen. Falls dann auch noch die Atmosphäre im Betrieb desolat ist, dann hat man richtig Sorgen."

Weiterlesen:
  [Bitte (r)echt freundlich!]
  [Tipps für das Klima]


Zur Druckansicht des Artikels
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel
Artikel versenden
Weiter Informationen zum Thema abbonieren

Suche nach
verwandten Artikeln
Suche nach verwandten Artikeln


 
Anzeige















PERSONALAUSWAHL







MOTIVATION










AUSBILDUNG





URLAUBSPLANUNG