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05.12.2000
BETRIEBSNACHFOLGE
EXPERTENTIPPS
Tipp: Nachfolger einarbeiten
Kerstin Krey

"Ist der Junior nicht informiert, kann er der Unternehmensleitung nicht gerecht werden"
Dipl.-Vw. Kerstin Krey ist Mitarbeiterin des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Das IW-Projekt "Konzeption und Realisierung von Gesprächen zur Unternehmensübergabe"
(KONTINUUM) will für eine Beratung betroffener Firmen Instrumente entwickeln, die den Stabwechsel erleichtern sollen.
von Kerstin Krey

"In vielen Betrieben geht mit dem Chef auch elementares Insider-Wissen in den Ruhestand. Wurde der Einarbeitung des Nachfolgers nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt, hat das schwerwiegende Auswirkungen auf die Entscheidungs- und Geschäftsprozesse. Dies kann ein Unternehmen durchaus in eine existenzbedrohende Lage bringen.

Die unterschiedlichsten Gründe führen zu wesentlichen Informationsdefiziten. Dazu zählen unter anderem:
  • die irrationale Angst, Fehler offen zu legen,
  • Kritik einzustecken,
  • Gedankenlosigkeit hinsichtlich der benötigten Informationen für den Juniorchef.
Ist der Junior jedoch nicht über Sonderkonditionen spezieller Kunden, informelle Absprachen und interne Machtstrukturen informiert, kann er der Unternehmensleitung nicht gerecht werden. Im gleichen Maße wie das Risiko für Fehlentscheidungen steigt, sinkt das Vertrauen der Mitarbeiter in die Führungskompetenzen des neuen Chefs.

Die Übergabe muss als längerfristiger Prozess und wichtige Managementaufgabe verstanden werden. An die Basis einer gründlichen Bestandsaufnahme knüpft ein Nachfolgefahrplan mit gemeinsam definierten Übergabezielen. Klar umrissene Aufgaben- und Verantwortungsbereiche für Junior und Senior während der Übergangszeit helfen, Konflikte im Unternehmen zu vermeiden beziehungsweise zu lösen.

Gleichbedeutend ist die Einbindung derjenigen, die ebenso von der Übergabe betroffen sind wie Mitarbeiter und Kunden, Steuerberater und Hausbank. Sind alle Beteiligten informiert und gezwungen, sich intensiv mit dem Prozess auseinander zu setzen, werden sie für benötigte Informationen und die richtige Unterstützung sensibilisiert.

Erst nach der Übertragung der Gesamtverantwortung an den/die Nachfolger/in und der selbständigen Wahrnehmung dieser, ist eine Übergabe gelungen."


(jw)


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