von Jörg Wiebking
Jeder vierte Betrieb nutzt sie: Darlehen aus der Familie oder dem Freundeskreis. Doch die wenigsten Unternehmer sprechen gerne darüber. Einer, der dazu steht, ist Holger Wöbken (37). "Ich habe meinen Eltern das Grundstück für Betrieb und Wohnung abgekauft und dafür mit ihnen einen Kreditvertrag gemacht", berichtet der Kälteanlagenbaumeister aus Oldenburg. Bei der Bank hatte er es gar nicht erst probiert. "Bankkredite sind relativ teurer, und mit diesem Darlehen war ich flexibler bei der Rückzahlung." Trotzdem hatte alles seine Ordnung: Der Vertrag wurde notariell beglaubigt. Wöbken zahlte seinen Eltern Zinsen, und zur Sicherheit bekamen sie das Vorkaufsrecht für das Grundstück.
Wöbkens Geschäfte laufen gut. Den Kredit bei seinen Eltern hat er längst abbezahlt. Inzwischen greift er selbst anderen Unternehmern unter die Arme. Gerade erst hat er einem Bekannten ein Gründungsdarlehen eingeräumt: "Bei dem hatte sich die Bank quergestellt." Bei solchen Geschäften gibt es für Wöbken eine wichtige Voraussetzung:"Man muss sich sehr gut kennen, und das Vertrauen muss da sein."
Wenn das erfüllt ist, kann es sich sogar lohnen, Geld zu verleihen. "Ich verlange zwar nur einen niedrigen Zinssatz, aber das ist immer noch mehr, als ich für das gleiche Geld bei der Bank bekommen würde."
Sieben Tipps für private Darlehen
Worauf es bei Verwandten – und Bekanntendarlehen ankommt, lesen Sie hier:
Tipp 1: Ideal für Existenzgründer
Finanzieren lässt sich mit solchen Krediten praktisch alles - soweit die privaten Geldgeber mitgehen, betont Unternehmensberater Oliver Borgmann aus Oldenburg: zum Beispiel Vorfinanzierungen von Investitionen, bis die Bank aktiv wird, oder Teilfinanzierungen gemeinsam mit der Bank. "Immer vorausgesetzt, dass das Unternehmen grundsätzlich gesund ist."
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