Wer im Netz auf Einkaufstour geht, kann sich leicht verheddern. handwerk.com sprach mit Dr. Manfred Mucha vom Netzwerk elektronischer Geschäftsverkehr.
Welche Vorteile bringt die elektronische Beschaffung?
Dr. Manfred Mucha: Elektronische Marktplätze bieten die Chance, den Einkauf kostengünstiger und schneller abzuwickeln. Dem Unternehmer bleibt mehr Zeit, sich um den strategischen Einkauf zu kümmern, also nach neuen Lieferanten Ausschau zu halten und die Qualität im Einkauf zu verbessern. Ein weiterer Vorteil ist, dass Marktplatzbetreiber – aus eigenem Interesse – prüfen, ob Lieferanten vertrauenswürdig sind.
Wie profitieren Handwerksbetriebe?
Mucha: Oft ist es doch so, dass die Sekretärin Kataloge wälzen und Formulare ausfüllen muss, um Büromaterial, Berufsbekleidung und andere Sachen nachzubestellen. Solche Waren lassen sich mit wenigen Klicks zentral über eine der gängigen Einkaufsplattformen ordern. Viel Zeit sparen dabei Betriebe, die Bestellungen direkt mit ihrer kaufmännische Software abschicken, zum Beispiel über die EDI-Schnittstelle.
Außerdem gibt es Branchenplattformen, über die Betriebe Teile für die Fertigung beziehen können, Techpilot für Metallbauer etwa ist so eine Lösung. Hier werden Preise genannt, und die Preistransparenz im Netz führt zu mehr Wettbewerb zwischen Lieferanten. Die Handwerksbetriebe proftieren.
Risiken für Betriebe?
Mucha: Es gibt Plattformen, die unterscheiden nicht zwischen Verbrauchern und Unternehmern. Der Endkunde kann hier Profi-Teile selber günstig einkaufen. Danach kann er den Handwerker rufen und sie sich von ihm für wenig Geld einbauen lassen. Fachbetriebe werden so um die Handelsmarge gebracht.












