Vom Seifenspender bis zur Maschine: Übers Internet können Sie fast alles beschaffen. Doch lohnt sich das wirklich?
Es müssen nicht nur Waren sein. Auch Dienstleistungen können Handwerksbetriebe online einkaufen. Die OSP Präzisionsteile GmbH in Neckarwestheim nutzt den elektronischen Marktplatz Techpilot. „Wir sind ein reiner Lohnfertiger und können nicht jedes Teil selber bauen“, sagt Robert Weissgerber. Der Maschinenbauer füttert den Techpilot mit den Zeichnungen solcher Teile und Lieferterminen. Und in der Regel dauert es nicht lange, bis das System die ersten Angebote ausspuckt. Alles Weitere erledigt Weissgerber auf koventionelle Weise.
Am Telefon oder vor Ort klärt er, welcher der Lieferanten in Sachen Qualität, Termintreue und Preis der beste ist und vergibt den Auftrag. „Das läuft so ganz gut“, sagt er über das Zusammenspiel von Techpilot und Telefon. Und noch etwas anderes läuft zu seiner Zufriedenheit: „Wir holen uns auf dem Marktplatz selber Aufträge.“ Bislang speist sich aus diesem Beschaffungskanal nur ein kleiner Teil des Umsatzes. Aber Weissgerber denkt weiter: „Das ist ein Dauerläufer.“ Kein Thema für den 50-Mann-Betrieb sind bis jetzt Marktplätze und Shops, die Werkzeuge oder Rohstoffe vertreiben.
Einschlägige Erfahrungen auf diesem Gebiet hat dagegen die Erich Uhe GmbH gesammelt. Doch nur etwa zwei Prozent des Einkaufs wickelt der hannoversche Feinwerkmechanikerbetrieb (38 Mitarbeiter) übers Internet ab: Werkbänke, Fräser, Schraubendreher und EDV-Zubehör. Die Preise seien zum Teil etwas geringer. Haken: „Die Shops bringen uns keine Zeitersparnis“, sagt Geschäftsführer Hermann Strathmann junior.
Was bremst: „Artikel, die wir online bestellen, müssen wir manuell in unserem Produktionsplanungssystem erfassen.“ Ärgerlich sei auch, dass manche Anbieter auf ihrer Website selbst für Standardartikel keine Preise listen. "Dann kann ich ja gleich zum Telefonhörer greifen." Vor allem Bleche würde der Chef gerne per Mausklick beschaffen. „Das klappt noch nicht mal bei großen Herstellern“, kritisiert Strathmann.
„Viele vermeintliche Einkaufsportale sind nur Anzeigenmärkte“, sagt Manfred Mucha vom Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr. Doch gerade auch für das Handwerk gebe es im Internet einige gute Adressen.
|
|
|||
|
19.05.2006
|
|
||













