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07.04.2008
E-BUSINESS
UMSATZ UND STRATEGIE
Auktionen? "Nicht mit mir!"
Mausefalle_Kaese
Hauen Auftragsversteigerer Handwerker übers Ohr? Der SHK-Meister Gunter Georgi hat schlechte Erfahrungen gemacht.

Und ewig lockt der Preis. Für Georgi steht fest, dass Auktionshäuser im Internet nur den Schnäppchenjagd-Instinkt wecken. "Verbrauchern wird suggeriert, dass sie Arbeiten um 50 Prozent billiger erledigt bekommen", sagt er. Der Unternehmer aus Großenstein in Thüringen hat auf My-Hammer mitgeboten, und es bitter bereut. Ein angeblich im Vorübergehen zu erledigender Auftrag, habe sich vor Ort als tagesfüllende Arbeit erwiesen, erzählt er. Der Kunde habe schlichtweg wichtige Details in der Online-Ausschreibung verschwiegen.

Obwohl die Macher von My-Hammer immer wieder an ihrem Portal feilen – dass sie den Belangen des Handwerks wirklich gerecht werden wollen, bezweifelt Georgi. Inzwischen öffne sich auf der Website das Fenster für das Preisgebot, bevor man überhaupt die Anfrage sehe. "Die nächste tolle Kniff", moniert er und urteilt: "My-Hammer bleibt eben My-Hammer."

Obendrein stört den SHK-Meister, dass das Auktionshaus "überdimensional" an Aufträgen verdiene. Und damit nicht genug. In einem Leserbrief an handwerk.com listet er weitere Kritikpunkte auf. Sein Fazit: "Handwerker werden übers Ohr gehauen." Auftragsversteigerungen – "nicht mehr mit mir".

"Wir machen so 40 Prozent des Umsatzes"

Auch Michael Hohlsiepe kritisiert das Portal. Was den Chef einer Elektrofirma in Dortmund besonders ärgert: Unter seinen Konkurrenten auf My-Hammer sind "viele, die nicht in das Installateurverzeichnis eingetragen sind". Doch von den schwarzen Schafen lässt sich der Ingenieur nicht abschrecken. Er hat gelernt, sich auf der Plattform durchzusetzen. "Wir machen so 40 Prozent unseres Umsatzes", betont er. Die Auftragssummen beginnen bei hundert Euro und liegen zumeist bei einigen tausend Euro. Das beste Geschäft bisher? "29.000 Euro."

So gerne Hohlsiepe Preisbrecher abklemmen würde, so wenig zweifelt er an der Idee, Aufträge übers Netz zu versteigern. "Konkurrenz belebt das Geschäft. Das ist gut für den Kunden."

Ihre Meinung? Was halten Sie von Auftragsversteigerungen im Netz? Nutzen Sie eines der einschlägigen Portale? Wie sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie der Redaktion: redaktion@handwerk.com

Lesen Sie auch: Hammerhart zuschlagen

(mfi)

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