Einen unseriösen Webshop würden Sie erkennen? Sind Sie sicher? Mit vertrauenswürdig aussehenden Internetseiten gelingt es Betrügern immer wieder, Online-Shopper zu prellen. Jüngstes Beispiel: "discount24ag.de".
Süßer die Kassen nie klingen, mögen sich die Täter gedacht haben, als sie in der Vorweihnachtszeit unter "discount24ag.de" und "garantiepreis.de" ihre Falle stellten. Wie tagesschau.de berichtet, sind Hunderte Internetnutzer darauf hereingefallen. Sie zahlten für vermeintliche Schnäppchen in dem Webshop Vorkasse, teils in vierstelliger Höhe. Danach wurden sie nur noch hingehalten. Kurz vor Heiligabend die Bescherung: Die Shop-Betrieber lösten sich gleichsam in Luft auf und mit ihnen das Geld und die Schnäppchen.
Die Staatsanwälte ermitteln. Doch ob sie die Täter erwischen, ist fraglich. Denn die Firmenadresse führt zu einem Briefkasten, die Steuer- und Handelsregisternummer sind gefälscht. Und das Geschäftskonto haben die Gauner mit den Daten eines Unbeteiligten eröffnet, der seinen Ausweis verloren hatte.
Die Bilanz des Raubzugs: mehrere hundertausend Euro, eingesackt in nur wenigen Wochen.
Wie blauäugig waren die Opfer? Außer Frage steht, dass die Webseiten des Shops professionell gestaltet waren. Auch das Impressum sah so aus, als steckte eine seriöse Firma hinter dem Angebot. Blenden lassen haben sie viele aber von etwas anderem. Eine Reihe bekannter Einkaufsportale verlinkte auf den Shop. Und als wäre das nicht schon genug, gaben sie ihm auch noch Prädikate wie "vertrauenswürdig" oder "trusted shop". "Ohne die vielen Verweise bei namhaften Portalen hätte ich nie in dem Shop eingekauft", kritisierte eines der Betrugsopfer gegenüber tageschau.de.
Die Portale hatten dabei ihre Finger nicht im Spiel. Sie hätten ihre Kunden unbewusst zu dem dubiosen Shop weiter gelotst, heißt es. Hintergrund: Um ihre Einkaufsseiten kümmern sie sich nicht selbst, sondern das erledigt ein Dienstleister – jeweils derselbe. Und zu seinen Aufgaben gehört es, kleinere Online-Shops zu akquirieren und in die Portale einzubinden. Knackpunkt: Der dubiose Shop kam durch die interne Prüfung des Dienstleisters, den Gaunern standen danach Tür und Tor im "Big E-Business" offen.
Der Dienstleister hat sein Testverfahren inzwischen verschärft. Auch der Provider, der den Abzockern das Shop-System vermietet hatte, überlegt, in Zukunft mehr Informationen von Kunden abzufragen. Für die Betroffenen kommt all das zu spät. Nur wer über ein Einkaufsportal in die Falle getappt ist und bei diesem eine Versicherung abgeschlossen hat, hat Chancen, ungeschoren davonzukommen. Alle anderen können, wie es aussieht, ihr Geld in den Wind schreiben.
Auch wenn es Online-Betrüger immer wieder mit neuen Tricks versuchen – die Gefahr, ihnen in die Falle zu gehen, können Sie verringern. Sieben Tipps gibt Ihnen die Checkliste auf der folgenden Seite.
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18.01.2006
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