Beispiel Frankfurt: Der Steinmetz Andreas Hennrich wartet auf eine Sondergenehmigung für vier seiner fünf Firmenautos. Nach geltenden Regeln würden sie keine Umweltplakette bekommen. Der Unternehmer ist auf seinen Fuhrpark angewiesen: „Wir müssen mit Spezialwerkzeug und schwerem Material zu unseren Kunden, die vor allem in Frankfurt sitzen“, sagte er dem Internetportal faz.net.
Unzumutbar sei es für ihn und andere Handwerksbetriebe, Ersatzwagen zu kaufen, die den Normen entsprechen. Die Handwerkskammer vertritt die Belange der Betriebe: „Wir fordern großzügige Anwendungen von Ausnahmeregelungen, denn viele könne gar nicht nachrüsten“, sagte ein Sprecher der Kammer.
Kleinbetriebe fürchten, durch die Kosteneinsparungen gegenüber Mitbewerbern, die im Umland weiterhin mit älteren Fuhrparks arbeiten, weniger wettbewerbsfähig zu sein, schreibt faz.net. Einen türkischen Besitzer eines Lieferwagens von 1993 klagt: 40.000 Euro käme ihn ein vergleichbares Fahrzeug mir grüner Plakette zu stehen. „Dann muss ich zur Caritas“, sagte der Unternehmer.
Die Umweltzone sorgt auch in den Regionen für Wirbel. Beispiel Hannover: Dort wurde der Grenzwert in diesem Jahr sieben Mal überschritten. Die EU erlaubt bis zu 35 Überschreitungen des Feinstaubgrenzwerts. „Wieso gibt es da überhaupt eine Umweltzone?“, fragt ADAC-Sprecher Christian Reinecke in der Neuen Presse (NP).
Auch die Handwerkskammer Hannover kritisiert die Umweltzone und fordert in der NP die Stadt auf, die Wirkung dieser Maßnahme bereits 2009 zu überprüfen und nicht, wie bisher geplant, erst 2010.
Kritische Stimmen auch vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Es hält die Umweltzone für wirkungslos gegen den krebserregenden Feinstaub. Es gebe „keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Umweltzone“, zitiert die NP das IW.
(ja)













