Manfred Wegscheider ist aus Graz nach Hannover gereist, um sich ein Bild von der „vorbildlichen Feinstaubzone“ in Europa zu machen. Der österreichische Landrat will von diesem Beispiel lernen, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ). „Es gibt nach unseren Recherchen keine Stadt in Europa, deren Feinstaub-Maßnahmen so gut ausgearbeitet sind wie in Hannover“, sagt Wegscheider.
Besonders bewundert er den Mut der Stadt, bereits 2010 nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in der Umweltzone zuzulassen, berichtet die HAZ. In der Steiermark sollte die Staubbelastung unter anderem mit Tempolimits gesenkt werden – das scheiterte vor Gericht an einem einzigen Einspruch, schreibt die Neue Presse (NP).
Einspruch gegen die eben noch gelobte Umweltzone haben mittlerweile drei Rentner erhoben. Wie die NP weiß, können sie mit Unterstützung des ADAC rechnen. „Meine Mandanten sind richtig sauer – wir werden wenn nötig Klageverfahren durchführen – notfalls bis zum Bundesverwaltungsgericht“, zitiert das Blatt den Anwalt Christian Reinicke.
Die drei Kläger: Eine ältere gehbehinderte Frau, die mit ihrem Golf aus den 80er Jahren nur noch 500 Kilometer in die Zone fahren darf. Ein Rentner aus der City Hannovers kann nicht nachvollziehen, dass er sich jetzt noch ein neues Auto kaufen soll. Und ein Pensionär, der gerne schwimmt und außerhalb von Hannover wohnt, darf nun nicht mehr ohne weiteres zu seinem favorisierten Badeort fahren.
Der Umweltdezernent der niedersächsischen Landeshauptstadt, Hans Mönninghoff, zeigt sich überrascht von der Prozess-Ankündigung. Es gebe genügend Ausnahmeregelungen, um Härten abzufangen. „Wir sehen solchen Klagen gelassen entgegen“, zitiert ihn die NP. Wie gelassen die Einwohner der Steiermark auf Wegscheiders Pläne reagieren, wird sich zeigen.
(ja)












