"Jobs von privat für privat", verspricht ein neues Portal im Internet. Angesprochen fühlen sich offenbar auch "Heimwerker", die Betrieben ins Handwerk pfuschen.
Rasen mähen, Lampen aufhängen, Kinder betreuen – früher war es gang und gäbe, die Nachbarn zu fragen, ob sie helfen können. Heute inserieren viele lieber in der Zeitung oder – seit neuem – im Internet.
Unter www.machdudas.de lockt jetzt eine Plattform für private und haushaltsnahe Dienstleistung. Wer Arbeiten zu vergeben hat, kann kostenlos Notizen hinterlassen. Wer einen Auftrag erhält, zahlt pauschal drei Euro an die Portal-Betreiber.
So weit, so harmlos. Was die Website ins Zwielicht rückt: Es finden sich Offerten, die nur wenig mit Nachbarschaftshilfe gemein haben. In der Rubrik "Handwerklich" konkurrieren etwa "Maler" mit Stundensätzen um zehn Euro. Oder es buhlen selbst ernannnte "Allrounder" und Fliesenleger zum Beispiel darum, Laminat an Türzargen mit Silikon abzudichten. Auch bei anderen Nachbarschaftsdiensten kommt Geld ins Spiel. Und die Stundensätze liegen fast immer weit unter den gewerblichen Löhnen.
"Es liegt der Verdacht nahe, dass hier Verbraucher nach Schwarzarbeitern suchen", sagt Heinz Seebode, Betriebsberater und Justitiar bei der Handwerkskammer Hannover. Meisterbetriebe rechneten üblicherweise mit 36 bis 44 Euro die Stunde ab, stellt er klar. Das neue Portal, befürchtet Seebode, "schadet dem Handwerk an vielen Stellen, an denen handwerkliche Tätigkeiten für zehn, zwölf oder 15 Euro angeboten werden".
Die Plattform-Betreiber weisen In ihren AGB auf die "gesetzlichen Bestimmungen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit hin". Die Nutzer seien verpflichtet, alle gesetzlichen Vorschriften zur Vermeidung von Schwarzarbeit einzuhalten, heißt es. Haken: Kontrolliert wird das nicht. Kontrollen machten die Vermittlung unnötig kompliziert, die Vermittlungsgebühren wären dann zu hoch gemessen an den Aufträgen, betonte Plattform-Direktor Roman Reimer gegenüber dem Magazin brand eins.
Mit Auktionsplattformen wie My Hammer steht Machdudas laut Reimer nicht im Wettbewerb. Seltsam erscheint vor dem Hintergrund eine "Domain-Verwandtschaft": Wer statt machdudas.de die Adresse machstdudas.de eintippt, landet beim Branchenführer unter den Auftragsversteigerern.
(mfi)
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09.02.2008
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