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05.08.2008
INTERNET
AKTUELL
Hätte Franjo Pooth das gewusst
Geschlossen / Insolvenz
Dann wäre seine Firma vielleicht jetzt nicht pleite. Eine Internetseite hilft schwächelnde Unternehmen – und das kostenlos.

Auch Franjo Pooth hätte geholfen werden können. Das meint zumindest Professor Hans Haarmeyer an der Universität Remagen. Der ehemalige Insolvenzrichter hat gemeinsam mit der Creditreform, der Sächsischen Aufbaubank und dem Institut für Mittelstandsforschung in Bonn ein Sanierungsportal gegründet.

Wie weltonline.de berichtet, können kleine und mittelständische Unternehmen kostenlos und anonym jederzeit überprüfen, wie es finanziell um sie steht. „Wenn Franjo Pooth das gewusst hätte, wäre ihm die Pleite nicht passiert“, sagt Haarmeyer.

Zwar sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den vergangenen Jahren zurückgegangen, schreibt das Internetportal. „Die Zahlen könnten aber noch deutlich niedriger sein, wenn die Betroffenen früher reagieren würden“, sagt Haarmeyer.

Zu den besonders betroffenen Branchen gehöre auch das Handwerk. Durch die Mentalität des Wegduckens und Vertuschens sei es zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags oft schon zu spät für eine Rettung, unterstreicht der Experte. Er schätzt, dass der volkswirtschaftliche Schaden jährlich acht bis zwölf Milliarden Euro beträgt.

Wenn sich Unternehmer rechtzeitig beraten und helfen ließen, könnten nach Einschätzung des Lehrstuhls für Insolvenzrecht an der Universität Remagen jährlich 5000 bis 8000 Betriebe und 130.000 Arbeitsplätze gerettet werden.

Und wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Beratung? Den macht Haarmeyer an einigen Indikatoren fest: rückläufige Umsätze, eine Kürzung des Kontokorrent durch die Banken oder fehlende Liquidität zur Erfüllung von Forderungen. Wer den Selbst-Check im Internet macht, bekommt anschließend eine kostenlose Erstberatung.

(ja)




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