Die Fahrt zur Tankstelle ist ein unternehmerischer Albtraum. Doch wieso sind die Spritpreise eigentlich so hoch? Und warum kostet Diesel mittlerweile soviel wie Benzin? Bange Blicke auf die großen Zahlen an der Zapfsäule – besonders hart trifft es die Dieselfahrer, schreibt die Berliner Zeitung. Mit einem Rekordhoch von mehr als 1,40 Euro sei der gewohnte „Preisvorteil“ prozentual gesehen so gering wie nie. Nur 6,5 Prozent sparen sie im Vergleich zu Besitzern von Ottomotoren. Und: Sie zahlen eine deutlich höhere Kfz-Steuer.
Durch die höheren Steuern für Dieselfahrzeuge müssen die Fahrzeuge wesentlich mehr Kilometer fahren, um günstiger wegzukommen. Der ADAC hat jetzt errechnet, dass ein Diesel- Auto mit 15.000 gefahrenen Kilometern im Jahr zurzeit 1655 Euro Unterhalt im Jahr kostet – 52 Prozent mehr als noch 2003. Für Benziner hingegen haben sich die Kosten „nur“ auf 34,5 Prozent erhöht.
Wer ist verantwortlich für das Spritpreisniveau? Der Ölpreis. Die europäische Öl-Sorte Brent notierte zuletzt bei mehr als 120 Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Im vergangenen Frühjahr lag der Barrel bei 51 Dollar. „Fast alle Experten können nur noch den Kopf schütteln. Angebot und Nachfrage rechtfertigen dieses Niveau nicht“, zitiert die Berliner Zeitung den Chef des Energie-Informationsdienstes (EID) Rainer Wiek.
Das Ungewöhnliche an dem rapiden Anstieg des Ölpreises ist für Experten, dass sich die Konjunktur in den USA zur gleichen Zeit auf dem absteigenden Ast befindet. Dort ging der Spritverbrauch im ersten Quartal sogar deutlich zurück.
Kann der starke Euro-Kurs der Preisjagd entgegenwirken? Nein! Er federe die Folgen zwar ab, weil Öl in Dollar gehandelt wird, berichtet das Blatt. Dennoch schwächt der hohe Kurs die nachfragedämpfende Wirkung – weil die Europäer ihren Benzin-Konsum trotz des Preises nicht einschränken.
Und für die Zukunft sieht es gar nicht rosig aus: Es sei möglich, dass Diesel auf Dauer nur noch minmal günstiger bleibt als Benzin. Der Grund? "Die weltweit überproportional steigende Nachfrage nach Heizöl und Diesel“, erklärt ADAC-Verkehrspolitik-Experte Jürgen Albrecht. Dies liege an den immer attraktiver werdenden Dieselmotoren und der weltweit überproportionalen Zunahme des Lkw-Verkehrs. Ein Ende dieses Trends sei nicht abzusehen.
(ja)