Zurück zur Startseite

Die handwerk.com Hilfe
handwerk.com - Das Info-Portal für Entscheider im Handwerk
Das schreiben handwerk.com User

Kontakt zum handwerk.com Team
Newsletter bestellen
Mailinglisteneintrag



· Profi-Suche




Container




Startseite



 
TECHNIK KOMPAKT
WEITERE ARTIKEL
Holz: Zeit für Zeichen?
holz_zertifiziert
Zertifiziertes Holz gilt als nicht marktreif. Das könnte sich ändern.

Spötter sprechen von einer Sklavenkette. Andere nennen sie „Chain of Custody“ – die kontrollierte Nachhaltigkeitskette vom Wald bis zum Verbraucher. So oder so: Entscheidend ist der Markt. Und der wächst offenbar. Hölzer aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern seien – ähnlich wie Bio-Lebensmittel – zunehmend gefragt, meldet der Zertifizierer PEFC. „Bei Verbrauchern gewinnen Herkunftsnachweise mehr und mehr an Bedeutung“, heißt es. Zudem führen die Waldschützer die Selbstverpflichtung des Bundes ins Feld, in Ausschreibungen auf zertifizierte Produkte zu bestehen. In England habe ein ähnlicher Beschluss das Geschäft in Schwung gebracht. Fragt sich: Ist die Zeit reif für Zertifizierungen im Tischlerhandwerk?

„Eigentlich nicht, der Aufwand für Betriebe ist zu groß, von der Bevölkerung werden die Nachweise zu wenig honoriert“, sagt Ulrich Leber vom bayerischen Fachverband des Schreinerhandwerks. Es gebe nicht viele Unternehmer, die in diese Marktnische vorgestoßen seien.

Die Verwendung von Hölzern aus nachhaltiger Wirtschaft ist das eine. Das andere: „Um mit dem Zertifikat werben zu können, müssen sich Betriebe selbst zertifizieren lassen“, sagt der Technik-Referent beim Bundesverband Holz und Kunststoff, Ralf Spiekers. Das koste ein paar tausend Euro im Jahr. Spiekers weiß von Handwerkern, die ihr Siegel zurückgegeben haben, weil es sich nicht gelohnt hat. Zumal: „Für Tischler ist es selbstverständlich, Hölzer aus nachhaltiger Bewirtschaftung zu verwenden.“

Dass Baumärkte wie Obi auf den Öko-Zug aufspringen, sei nachvollziehbar. „Die Märkte haben im Gegensatz zum Handwerk ein Vertrauensproblem“, sagt der Experte. Die Selbstverpflichtung des Bundes sieht er etwas gelassener. „Es werden momentan nicht bestimmte Zertifikate gefordert, vielmehr handelt es sich um eine offene Formulierung.“

„Das ist schon eine vernüftige Sache“, sagt Carl-Günther Jastram über Herkunftsnachweise. Der Einkaufsleiter des Bremer Holzhändlers Roggemann arbeitet seit 10 Jahren mit dem Zertifikat von FSC. Das Geschäft aber köchelt auf Sparflamme. „Die Hölzer werden kaum nachgefragt“, sagt Jastram. Wenn ein Handwerker nach Tropenhölzern fragt, sind es häufig Spezialitäten. Und dann bleibt nur das Prinzip Hoffnung: „Qualitätsprodukte nach individuellen Wünschen seien in ausreichender Menge kaum verfügbar.“ Oder es dauere lange, sie zu beschaffen.

Also, noch keine Zeit für Zertifikate? Betriebsberater Leber legt Schreinern einen anderen Weg nahe. „Ich empfehle die Umweltgemeinschaft.“

(mfi)

Weiterlesen:
  [Holz: Zeit für Zeichen?]
  [Umweltgemeinschaft für Tischler und Schreiner]

Leserbrief: Leserbriefe zu diesem Artikel

Zur Druckansicht des Artikels
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel
Artikel versenden
Weiter Informationen zum Thema abbonieren

Suche nach
verwandten Artikeln
Suche nach verwandten Artikeln



 
TECHNIK & INTERNET
TECHNIK KOMPAKT
Albtraum an der Zapfsäule
tanken tankstelle zapfsäule geld benzin sprit
Die Fahrt zur Tankstelle ist ein unternehmerischer Albtraum. Doch wieso sind die Spritpreise eigentlich so hoch? Und warum kostet Diesel mittlerweile soviel wie Benzin?

Bange Blicke auf die großen Zahlen an der Zapfsäule – besonders hart trifft es die Dieselfahrer, schreibt die Berliner Zeitung. Mit einem Rekordhoch von mehr als 1,40 Euro sei der gewohnte „Preisvorteil“ prozentual gesehen so gering wie nie. Nur 6,5 Prozent sparen sie im Vergleich zu Besitzern von Ottomotoren. Und: Sie zahlen eine deutlich höhere Kfz-Steuer.

Durch die höheren Steuern für Dieselfahrzeuge müssen die Fahrzeuge wesentlich mehr Kilometer fahren, um günstiger wegzukommen. Der ADAC hat jetzt errechnet, dass ein Diesel- Auto mit 15.000 gefahrenen Kilometern im Jahr zurzeit 1655 Euro Unterhalt im Jahr kostet – 52 Prozent mehr als noch 2003. Für Benziner hingegen haben sich die Kosten „nur“ auf 34,5 Prozent erhöht.

Wer ist verantwortlich für das Spritpreisniveau? Der Ölpreis. Die europäische Öl-Sorte Brent notierte zuletzt bei mehr als 120 Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Im vergangenen Frühjahr lag der Barrel bei 51 Dollar. „Fast alle Experten können nur noch den Kopf schütteln. Angebot und Nachfrage rechtfertigen dieses Niveau nicht“, zitiert die Berliner Zeitung den Chef des Energie-Informationsdienstes (EID) Rainer Wiek.

Das Ungewöhnliche an dem rapiden Anstieg des Ölpreises ist für Experten, dass sich die Konjunktur in den USA zur gleichen Zeit auf dem absteigenden Ast befindet. Dort ging der Spritverbrauch im ersten Quartal sogar deutlich zurück.

Kann der starke Euro-Kurs der Preisjagd entgegenwirken? Nein! Er federe die Folgen zwar ab, weil Öl in Dollar gehandelt wird, berichtet das Blatt. Dennoch schwächt der hohe Kurs die nachfragedämpfende Wirkung – weil die Europäer ihren Benzin-Konsum trotz des Preises nicht einschränken.

Und für die Zukunft sieht es gar nicht rosig aus: Es sei möglich, dass Diesel auf Dauer nur noch minmal günstiger bleibt als Benzin. Der Grund?  "Die weltweit überproportional steigende Nachfrage nach Heizöl und Diesel“, erklärt ADAC-Verkehrspolitik-Experte Jürgen Albrecht. Dies liege an den immer attraktiver werdenden Dieselmotoren und der weltweit überproportionalen Zunahme des Lkw-Verkehrs. Ein Ende dieses Trends sei nicht abzusehen.

(ja)




Zur Druckansicht des Artikels
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel
Artikel versenden
Weiter Informationen zum Thema abbonieren

Suche nach
verwandten Artikeln
Suche nach verwandten Artikeln



 
TECHNIK KOMPAKT
WEITERE ARTIKEL
Profis sind gefragt
Fenster_Beschlag
Wie wichtig sind den Deutschen gute Fenster? Antwort gibt eine Studie des forsa-Instituts.

Mehr als 90 Prozent der Bundesbürger halten hochwertige Fenster für sehr wichtig oder eher wichtig. So lautet ein Ergebnis der forsa-Studie, die Auftraggeber Roto Frank auf der Messe fensterbau/frontale in Nürnberg vorgestellt hat.

„Das Resultat räumt mit der bisher weit verbreiteten Low-Interest-Meinung in einem völlig unerwarteten Maße auf“, erläuterte Vorstandsvorsitzender Dr. Eckhard Keill in Nürnberg. Die Bedeutung des Fensters sei mit dem Thema Energieeffizienz stark gestiegen. Konsequenz: „Die Marktpartner können mehr Umsatz pro Fenster erzielen. Und Keill hat noch eine positive Nachricht für die Branche: „Wer gute Fenster will, will auch gute Informationen.“

Forsa hat gefragt, wo sich Kunden vor dem Kauf schlau machen. Danach stehen Experten ganz oben im Ranking: 63 Prozent der Interessenten gehen zum Fachhandel, 51 Prozent zum Handwerker, gefolgt von Fensterherstellern, Bekannten und Verwandten. 39 Prozent ziehen sich die Informationen aus dem Internet. Fazit für Keill: „Fensterprofis verfügen über eine hohe Verbraucherakzeptanz. Sie müssen sie durch eine professionelle Publikumsansprache nutzen.“

Worauf achten die Deutschen beim Kauf? Die Marktforscher haben ermittelt, dass „gute Qualität“ mit 82 Prozent das wichtigste Kriterium ist, knapp vor „Energieeinsparpotenzial“ mit 81 Prozent. Danach folgen „Lebensdauer“, „Garantie“ und „Sicherheit“. Das Kriterium „günstiger Preis“ rangiert erst auf dem 7. Platz. „Die angeblich reine Preisorientierung der Bevölkerung gibt es bei Fenstern nicht“, kommentierte der Roto Frank Chef. Immer mehr Kunden würden Mehrwert honorieren. Laut Studie sind 14 Prozent bereit, für Zusatznutzen tiefer in die Tasche zu greifen. Dieses Potenzial muss nach Auffassung von Keill in konkrete Investitionen umgewandelt werden. Daher sieht er das Thema wohnraumspezifische Fenster als Kompetenzfeld der Zukunft. Die permanente Verbesserung von Fenstern und Fenstertechnik mache praktisch alle über zehn Jahre alten Einheiten zu „Austauschkandidaten“.

Der Vorstandsvorsitzende rechnete auf Basis der Studie die Potenziale vor: „Rund 50 Prozent der Fenster in privat genutzten Objekten müssten unter Energiespar- und Nutzwert-Aspekten erneuert werden.“

(frö)


Zur Druckansicht des Artikels
Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel
Artikel versenden
Weiter Informationen zum Thema abbonieren

Suche nach
verwandten Artikeln
Suche nach verwandten Artikeln