Wenn das Lager einer Rumpelkammer gleicht, muss Ordnung her. Die optimale Lagerhaltung ist abhängig von Verbrauchsmenge und Art der Artikel – und kann durchaus chaotisch sein, aber bitte mit System.
Von Carmen Rigbers
Ein dringender Auftrag, ein ungeduldiger Kunde und plötzlich stellen Sie fest: Ein wichtiger Artikel ist nicht mehr vorrätig. Oder finden Sie ihn nur nicht wieder? Beide Varianten sind fatal. Denn beide kosten Sie Zeit und somit auch Geld. Matthias Schmidt, Wirtschaftsingenieur am Institut für Fabrikanlagen und Logistik der Universität Hannover rät zu einem Lagersystem, „das möglichste geringe Lagerhaltungskosten verursacht und Übersichtlichkeit garantiert“. Bei der Auswahl einer für den Betrieb optimalen Lagertechnik müsse der Unternehmer zwischen den beiden Faktoren Lagerhaltungskosten und Verfügbarkeit der Artikel abwägen.
Eine hohe Verfügbarkeit von Artikel stelle die Versorgung der Produktion oder die Lieferfähigkeit dem Kunden gegenüber sicher. Je höher die Verfügbarkeit von Materialien sein soll, desto höher seien aber auch die Lagerhaltungskosten. Denn die Lagerung von Material binde Kapital, Fläche und Arbeitskraft, warnt Schmidt. Er rät dazu, platzsparende, kostengünstige Teile wie Schrauben großzügig zu bevorraten, große,teure Artikel hingegen nur bedarfsorientiert zu lagern.
Oberstes Prinzip der Lagerhaltung ist die Ordnung, stellt Schmidt klar. Denn alles müsse bei Bedarf leicht zu finden sein. Dazu sollte jedem Artikel ein individueller Lagerplatz zugewiesen werden, was über spezielle Softwarelösungen aber auch „selbstgestrickte Excel-Tools“ verwirklicht werden kann. „Einmal angelegt, muss das System natürlich ständig gepflegt werden“, betont der Logistikexperte.
Im Hinblick auf die Zuweisung der Lagerplätze gebe es zwei Möglichkeiten: eine feste Zuweisung, bei der alle Artikel einen bestimmten, nicht veränderbaren Lagerplatz haben, und eine chaotische Lagerhaltung, bei der den Artikeln wechselnde Lagerplätze zugeordnet werden. „Die so genannte chaotische Zuweisung ist besonders geeignet für ein wechselndes Sortiment und große Mengenschwankungen“, erklärt der Ingenieur. Bei der festen Zuweisung sollten regelmäßig stark nachgefragte Artikel leicht zugänglich sein, selten gebrauchte Materialien weiter hinten gelagert werden.
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10.04.2007
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