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26.10.2007
TECHNIK KOMPAKT
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Wie arbeiten Pelletieranlagen?
Pelletieranlage
Holz ist nicht gleich Holz. Und Pellet ist nicht gleich Pellet. Das sollten Sie über die Technik wissen.

Von Tanja Ellinghaus

Seit mehr als 30 Jahren werden nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung pelletiert. Hersteller von Holzpelletieranlagen, wie etwa die Amandus Kahl GmbH & Co. KG, greifen dabei unter anderem auf Erfahrungen zurück, die mit Strohpelletieranlagen zur Herstellung von Raufutter und Tiereinstreu gewonnen wurden. Auch bei der Herstellung von Trockenschnitzeln in Zuckerrübenfabriken kommen Pelletieranlagen zum Einsatz.

Das Verfahren
Wie Pelletpressen arbeiten und worauf bei der Produktion von Holzpellets zu achten ist, erklärt Fritz A. Kahl, Marketingleiter der Kahl Gruppe. Das Verfahren, das das Unternehmen für die Pelletproduktion verwendet, ist die Pressagglomeration. Hierbei wird das Material so stark verdichtet, dass feste Produkte entstehen. Dieses Verfahren bewährt sich laut Kahl immer dann, „wenn größere Produktmengen unter möglichst wirtschaftlichen Aspekten verarbeitet werden müssen“.

Die Presse
Bei Amandus Kahl werden Flachmatrizenpressen gebaut. Hierbei rotieren Koller auf einer horizontal angeordneten Lochscheibe. Das Rohmaterial wird mit Hilfe der Koller von oben durch die Bohrungen der Matrize gedrückt und in den eingelassenen Presskanälen verdichtet. Durch den Druck wird das Material im Kanal Stück für Stück weitergeschoben. Im Presskanal verbindet sich das Material durch den Druck und die Bindekräfte zu einem Pressling. Dieser Pressling tritt dann als Endlosstrang aus dem Presskanal und wird von rotierenden Messern zerteilt.

Anforderungen
Bei der Pelletherstellung ist die Beschaffenheit der Matrize entscheidend. „Das Verhältnis zwischen dem Durchmesser der Bohrungen und der Länge des Presskanals wird als Pressverhältnis bezeichnet und bestimmt zusammen mit den Produkteigenschaften die jeweils entstehende Reibkraft“, erklärt Kahl. Demnach muss das Pressverhältnis dem Produkt sehr genau angepasst werden, um eine gute Pelletqualität und Durchsatzleistung der Maschine zu erzielen. Die Pelletoberfläche verändert sich, wenn sich der Durchmesser der Pellets verändert. Matrizen, die zur Pelletierung von Futtermitteln oder Trockenschnitzeln verwendet werden, können deshalb für Holzpellets nicht verwendet werden. Ausschlaggebend für die Durchsatzleistung der Presse sind außerdem die Anzahl der Löcher der Matrize und die Antriebsleistung.

Vorbehandlung
Damit die Presse optimal läuft, wird sie kontinuierlich über eine Schnecke mit Pellet-Rohmaterial „gefüttert“. Bevor das Holz verpresst werden kann, ist eine Vorbehandlung notwendig. Denn Holz verfügt weder über starke eigene Bindemittel wie zum Beispiel stärkehaltige Futtermittel, noch über gute Gleiteigenschaften. Schnell baut sich eine hohe Reibkraft innerhalb der Presskanäle auf. Um die Feuchtigkeit im Produkt zu erhöhen, ist es laut Kahl sinnvoll, das Holz vor der Pelletierung anzufeuchten. Kahl empfiehlt daher die Verwendung eines Durchlaufmischers zur Wässerung des Holzes. Darüber hinaus sollte das Ausgangsmaterial zum Beispiel mit Hilfe einer Hammermühle vor dem Pressen zerkleinert werden. Zu beachten ist auch, dass unterschiedliche Holzarten unterschiedliche Presskräfte und damit einen variierenden Energieverbrauch zur Folge haben. Der Stromverbrauch liegt je nach Holzart zwischen 40 und 60 kWh/t.

Hier zeigt sich deutlich: Die Herstellung von Holzpellets ist eine höchst komplexe Angelegenheit. Viel Erfahrung ist nötig, um kleine Dinge in eine perfekte Form zu bringen.


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