Rote Karte für Spritfresser und Raser: Tankkarten sparen Geld und sorgen für mehr Durchblick im Fuhrpark.
Die Spritkosten gehen ins Geld. Und so wächst bei manchem Firmeninhaber der Wunsch nach mehr Kontrolle über die Fahrtkosten. Eine leichte Lösung – den schnellen Überblick über Verbrauch und Kosten des eigenen Fuhrparks – bieten Tankkarten. „Wir nutzen die Tankkarten für unser Controlling“, berichtet zum Beispiel Hilmar Ukena, Controller der Bäckerei Müller-Egerer in Rastede. 19 Fahrzeuge hat er im Blick: Tourenwagen, Auslieferungsfahrzeuge und einen Service-Wagen. „Ich kann mich jederzeit über das Internet bei unserem Anbieter einwählen und mir die verschiedenen Statistiken ansehen: pro Karte, pro Fahrzeug, und auch Monate und Fahrzeuge vergleichen“, erläutert Ukena. Steigt irgendwo der Verbrauch auffällig, so könne er dem sofort nachgehen. Vielleicht liegt es ja an einem technischen Defekt, vielleicht am Fahrstil eines neuen Fahrers. „Dann können wir darauf sofort Einfluss nehmen.“ Sogar, wenn ein Mitarbeiter nebenbei privat den einen oder anderen Kanister abfüllen würde, fiele dem das Controller sofort auf. „Aber das ist noch nie vorgekommen.“
Auch an anderer Stelle helfen Tankkarten, Geld zu sparen. Zum Beispiel beim Verwaltungsaufwand, erläutert Klaus-Dieter Thiele von der Fuhrparkberatung Thiele ABC in Eschborn: „Ein Unternehmen muss Tankbelege nicht mehr einzeln und getrennt nach Treibstoff, Service und Shop-Käufen buchen.“ Denn die Tankkartenanbieter liefern die Daten digital als Sammelbeleg, der direkt elektronisch verbucht wird. Zugleich sinke der Aufwand für das Archivieren der Belege. So ließen sich nach Thieles Schätzung pro Fahrzeug einige hundert Euro Verwaltungsaufwand im Jahr sparen. Bemerkbar mache sich zudem der Liquiditätsvorteil durch die Karten: Weil die Tankkartenanbieter im 14-tägigen oder monatlichen Rhythmus buchen, wirkt das wie ein zinsloser mehrwöchiger Kredit.
An den Spritkosten selbst ändern die Tankkarten allerdings kaum etwas. Große Rabatte seien nur für wirklich große Kunden zu holen, berichtet Thiele. Manche Anbieter ließen eher mit sich über Rabatte reden, wenn der Kunde auch Zusatzleistungen nutzt. Von denen gibt es eine Menge: Hol- und Bring-Dienste, Pannenservice und sogar Mautgebühren können zum Beispiel über die Karte gebucht werden. Das alles lassen sich die Anbieter allerdings auch bezahlen. Neben einer kleinen Grundgebühr sollten Unternehmer vor allem auf den Umsatzbonus achten, denn der kann mit bis zu einem Prozent ins Geld gehen. Lohnen würde sich die Karte zwar auch dann noch, betont Thiele. Vergleichen sollten Unternehmer vor dem Abschluss aber unbedingt.
Zum Vergleich rät auch Hilmar Ukena von Müller-Egerer – und das nicht nur bei den Kosten. „Wir hatten ursprünglich einen anderen Anbieter, doch dann gab es Qualitätsprobleme.“ Allerdings nicht beim Service oder der Abrechnung. „Wir hatten mehrfach defekte Dieselfilter als Folge von flockigem Dieselkraftstoff. Da haben wir uns einen anderen Anbieter gesucht.“
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08.08.2007
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