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Stromverbraucher zahlen Milliarden für Photovoltaik
strommasten
Eine Studie zeigt: Der Solarmarkt wird schneller wachsen als vorhergesagt. Stromkunden drohen Mehrkosten in Höhe von fast 100 Milliarden Euro.

Das ist Dynamit in der Debatte um die Fördergelder: Bis 2010 werden zehn Mal so viele Photovoltaik-Anlagen auf deutsche Dächer montiert, wie die Regierung erwartet. Das meldet die Berliner Zeitung. Das Blatt beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Photon Consulting. Allein im Jahr 2010 würden Anlagen mit einer Leistung von 6500 Megawatt installiert, heißt es. Das Bundesumweltministerium rechne jedoch nur mit 600 Megawatt.

Damit der Markt für Solarstrom nicht "überfördert" wird, modelt der Staat das Erneuerbare-Energien-Gesetz um (wir berichteten). Statt wie bisher um fünf Prozent soll die Förderung ab 2009 um bis zu 9,8 Prozent pro Jahr sinken. Aus Sicht des Elektrohandwerks ein drastischer Einschnitt, der Tausende von Arbeitsplätze gefährden würde. Jetzt sieht es so aus, als könnte es noch schlimmer kommen.

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat für die Berliner Zeitung auf Basis der Studie errechnet, dass die Solarförderung von 2008 bis 2010 zusätzlich 73 Milliarden Euro kostet – die geplante Kürzung der Fördersätze berücksichtigt. 73 Milliarden Euro, die deutschen Stromkunden über 20 Jahre abstottern müssen. Dazu kommen 23 Milliarden Euro, die der Strom aus den bis Ende 2007 installierten Anlagen extra kostet. Hintergrund: Wer Solarzellen aufs Dach schraubt, darf den Strom ins Netz einspeisen. Die Energiekonzerne zahlen dafür staatlich garantierte Preise und schlagen die Kosten auf die Verbaucher um.

Ob es bei den knapp 100 Milliarden bleibt, ist laut der Studie fraglich. Nirgendwo auf der Welt boome der Solarmarkt so wie in Deutschland, betonen die Autoren. Ausschlaggebend dafür sei nicht nur die "hohe Förderung". Vielmehr brumme der Absatz auch deshalb, weil der Fördertopf keinen Deckel habe: Anders als etwa in Spanien gebe es hierzulande keinen Grenzwert für die jährlich geförderte Strommenge.

Politikern wird die Sache nun offenbar zu heiß. Laut Berliner Zeitung sind in der Regierung Forderungen nach einer deutlich stärkeren Absenkung der Förderung laut geworden.

Lesen Sie auch: Solarstrom-Handwerk steht im Regen

(mfi)

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