Überdimensionierte Teillose, bundesweite Suche nach Billigheimern: Die Vergabepraxis der städtischen Bauämter bleibt ein Ärgernis. Doch sieht die Vergabewelt in ländlichen Regionen wirklich besser aus? In der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) hat sich Halles Kreishandwerksmeister Lothar Dieringer jetzt die Verantwortlichen seiner Stadt vorgeknöpft: Das örtliche Handwerk gucke regelmäßig in die Röhre, wichtige Aufträge gingen nur an Generalunternehmer. Damit werde die Stadt ihrer Aufgabe nicht gerecht. Dieringer sagt das stellvertretend für städtische Handwerksmeister in ganz Deutschland, ähnliche Klagen sind immer wieder zu hören.
Ärgerlich sei auch der Aufwand, der mit den vergeblichen Ausschreibungen verbunden sei. „Da füllen qualifizierte Handwerker stundenlang die Unterlagen aus – und unter dem Strich kommt nichts dabei heraus“, sagt Ingeborg Böhme, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis. Die Betriebe der Stadt seien in den vergangenen 15 Jahren derart frustriert worden, dass sie ihre Ausschreibungs-Aktivitäten schlicht eingestellt hätten.
Böhmes Erfahrung: Im ländlichen Raum ist das „Bewusstsein in den Verwaltungen für die Anliegen des örtlichen Handwerks stärker ausgeprägt als in der Großstadt“. Die Land-Kommunen würden die Pluspunkte des regionalen Handwerks – etwa eine fixe Wartung und Referenzen vor Ort – eher honorieren.
Stimmt das? Heben sich ländliche Regionen in Sachen Vergabe tatsächlich positiv von den Städten ab? Schreiben Sie der
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