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Kontakte knüpfen und pflegen

12 Tipps: So werden Sie ein guter Netzwerker

Kontakte schaden nur dem, der keine hat – wer kennt das nicht? Doch wie knüpft man am besten Kontakte und hält sein Netzwerk auf dem Laufenden? 12 Tipps für erfolgreiches Netzwerken.

Netzwerken für den Betrieb und privat: - Wer seine Kontakte pflegt, kann davon profitieren.
Wer seine Kontakte pflegt, kann davon profitieren.
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Ob Sie selbst ein Netzwerk aufbauen wollen oder schon in Netzwerken aktiv sind: Wichtig ist, dass Sie am Ball bleiben und Ihre Kontakte pflegen. Jeder kann netzwerken und jeder macht das auf seine Art und Weise.

Was ist Netzwerken?
Eine systemische, strategische Form der Beziehungspflege mit Freunden, Bekannten, Geschäftspartnern und Förderern (nach Uwe Scheler).  Im Mittelpunkt des Netzwerkens sollten immer die anderen Menschen stehen. Freude an der Kontaktaufnahme und an Kommunikation ist eine wichtige Grundlage.

Wenn Sie gezielt netzwerken wollen, sollten Sie einige Regeln beachten:

1. Wählen Sie Netzwerke bewusst aus
Mit wem und in welchem Zusammenhang möchte ich netzwerken? Kann ich zu diesem Zeitpunkt aktiv sein? Was kann ich zu diesem Netzwerk beitragen? Diese Fragen sollten Sie sich stellen, wenn Sie mit dem Netzwerken beginnen oder einem neuen Netzwerk beitreten wollen. Überlegen Sie sich vorher: Ist es in meiner jetzigen Situation eine gute Idee?

2. Qualität anstatt Quantität 
In Ihrem eigenen Netzwerk zählt die „Qualität“ der Kontakte – weniger die Anzahl. Das bedeutet: Welche Kontakte haben die Personen in Ihrem Netzwerk und wie „wertvoll“ sind sie? Wenn Sie mit jemandem keine anregenden Gespräche führen können oder der Person nicht gern zuhören, bereichert dieser Kontakt Ihr Netzwerk nicht. Überlegen Sie sich also, wer zu Ihrem engen Netzwerk gehört und wer nicht. Es heißt, dass man mit 8-10 Kontakten einmal um die Welt kommt …

3. Den richtigen Zeitpunkt erkennen 
Wenn Sie so viel Arbeit haben, dass Sie nicht mehr aufnahmefähig sind, dann werden Sie nicht netzwerken können. Ruhen Sie sich in diesem Fall lieber aus. Und gehen Sie dann zu einem Netzwerk-Treffen, wenn Sie mehr Energie haben. Denn wenn Sie nicht aufnahmebereit oder offen für Neues sind, können Sie sich nicht auf andere Menschen einlassen.

4. Hinterlassen Sie einen guten Eindruck
Ein Gespräch mit Ihnen soll für Ihren Gesprächspartner ein Erlebnis sein. Wenn jemand an Sie und Ihre Begegnung denkt, sollte ihm oder ihr ein Lächeln über die Lippen gehen. Oder die Person soll denken: Der Kontakt oder das Gespräch mit Ihnen war angenehm.

Wie geht das? Kippen Sie niemandem Ihren ‚Müll‘ (Frust, Ärger etc.) vor die Füße. Kommunizieren Sie stattdessen die Lösungen. Beispiel: Sie hatten einen unfassbar stressigen Tag. Dazu kommt, dass auf der Anreise zu der Veranstaltung ein langer Stau war und Sie jetzt total genervt sind, weil Sie zu spät sind und den Anfang des Abends nicht mitbekommen haben.

Anstatt nun zu schimpfen und den Frust abzulassen, erzählen Sie, dass Sie einen anstrengenden Tag hatten, aber im Auto Zeit hatten, den hinter sich zu lassen und Sie sich nun auf einen spannenden Abend freuen, auch wenn Sie einige Minuten verpasst haben.

5. Aufmerksamkeit zählt
Netzwerken Sie mit Ihrer gesamten Aufmerksamkeit und beschäftigen Sie sich neben einem Gespräch nicht mit anderen Dingen.

  • Achten Sie auf die Körperhaltung: Zugewandt heißt, dass Sie sich in die Richtung der Person drehen, mit der Sie sprechen.
  • Halten Sie in etwa eine Armlänge Abstand, das wird in Gesprächen als angenehm empfunden.
  • Nähern Sie sich anderen nicht zu schnell, das kann als störend wahrgenommen werden.
  • Halten Sie zu Beginn mit Ihrem Gesprächspartner einen kurzen Moment Augenkontakt.
  • Wenn Ihr Gegenüber viel größer oder kleiner ist als Sie, versuchen Sie, die Situation zu entschärfen, indem Sie einen Ort zum Sitzen suchen für das Gespräch.

Warum Sie in einem Netzwerk niemals schlecht über andere reden sollten, lesen Sie auf Seite 2.




6. Seien Sie positiv!
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kontakte: - Sie werden es Ihnen danken.
Sie werden es Ihnen danken.
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Seien Sie mit Gesprächspartnern geduldig und geben Sie nicht gleich auf, wenn Ihnen ein Thema nicht passt oder die Personen Ihnen von Anfang an nicht gleich sympathisch ist.

Nehmen Sie sich für die Person und die Gespräche Zeit, auch wenn es kompliziert ist, schöpfen Sie das ganze Potenzial des Gesprächs aus. Das geht nicht immer in fünf Minuten.

Geben Sie sich Mühe mit Ihrem Gesprächspartner, hören Sie ihm zu und finden Sie gemeinsam Lösungen für Themen und Fragestellungen.


7. Vorstellen will gekonnt sein
Dazu gehört, dass Sie den Mund beim Sprechen weit genug aufmachen, damit Sie verstanden werden.

  • Üben Sie, Ihren eigenen Namen zu sagen – besonders, wenn er nicht so leicht auszusprechen ist.
  • Wiederholen Sie den Namen der anderen Person, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Notieren Sie sich zu Ihren Kontakten etwas, dass Sie sich zu der bestimmten Person in dem Gespräch gemerkt haben. Dann können Sie beim nächsten Treffen wieder daran anknüpfen.
8. So meistern Sie Small-Talk
Schaffen Sie dazu eine angenehme Gesprächssituation, zugewandt, mit dem richtigen Abstand und bequemer Haltung.

Spielen Sie „Ping Pong“: Nehmen Sie Worte oder Themen aus dem Gesagten des Gesprächspartners auf und fügen Sie das in Ihren Wortbeitrag mit ein. Als Gesprächsstoff für den Anfang können Ihnen auch Themen aus dem Umfeld der Veranstaltung dienen. In dem Gespräch geht es um Gemeinsamkeiten der Gesprächspartner und darum, sich erst einmal kennenzulernen.
Beispiel: Eine Vase mit gelben Tulpen – und eine mögliche Gesprächssituation dazu:
„Oh, Ich mag Tulpen besonders gern, sie erinnern mich so an den Frühling
„Ja, es wird wirklich langsam Frühling – die Tage werden länger und es wird wärmer draußen.“
„Das haben wir auch am Wochenende gemerkt, als wir mit der Familie einen Spaziergang draußen gemacht haben, das war wirklich schon warm.“
„Wir gehen auch gern spazieren, besonders gern im Deister …“… usw.

9. Reden Sie niemals öffentlich schlecht über andere
Wenn Sie in Gegenwart von anderen Netzwerkteilnehmern schlecht über Personen reden, erwecken Sie immer den Eindruck, dass es später auch Ihr Gegenüber treffen kann. Das Ergebnis wird sein, dass Sie nach und nach aus dem Netzwerk ausgeschlossen werden. Der Ruf, dass jemand über andere schlecht redet, spricht sich schnell herum.

Wenn Sie einmal Dampf ablassen müssen, wählen Sie dazu einen anderen, einen „geschützten“ Rahmen. Reden Sie beispielsweise mit Menschen über den Ärger in dem Netzwerk, die nicht dazugehören. Oder zuhause mit Ihrem Partner, mit Freunden etc.

10. Vermitteln Sie Kontakte
Werden Sie in einem Netzwerk auf bestimmte Themen angesprochen, über die Sie nicht so gut Bescheid wissen, geben Sie Kontakte weiter, die Ihnen zu dem Thema einfallen. Auch dazu sind Netzwerke da. Keiner muss Spezialist in allen Themen sein. Ihr Gesprächspartner wird es Ihnen danken, wenn er Kontakt zu Ihrem Kontakt aufnimmt und seine Fragen darüber beantwortet bekommt.

Und Sie können das nächste Mal auch auf andere zugehen und fragen, ob nicht jemand irgend jemanden kennt … Gerade im Handwerk ist die Mund-zu-Mund-Propaganda weit verbreitet. Dazu sind Netzwerke da – tauschen Sie sich also über Kontakte aus. Davon profitieren alle Beteiligten und Sie erweitern und pflegen dadurch Ihr Netzwerk.

11. Machen Sie anderen Komplimente
Haben Sie keine Scheu davor, anderen Komplimente zu machen. Es können auch indirekte Komplimente sein, zum Beispiel: „Sie können wirklich gut vor anderen sprechen, ich höre Ihnen unheimlich gerne zu.“

Wenn Sie nicht die Person oder Eigenschaften einer Person loben wollen, können Sie auch die jeweilige Situation in das Kompliment mit einbeziehen. Zum Beispiel: „Ihr Kleid/Ihre Schuhe passen super zu diesem Anlass.“

12. Seien Sie zuverlässig
Geht aus einem Netzwerktreffen ein Arbeitsauftrag für Sie hervor, erfüllen Sie diesen auch zeitnah. Wenn Sie beispielsweise jemandem eine E-Mail mit Kontakten schicken wollten oder einen Link zu einem interessanten Text, sollten Sie das auch einhalten. Nur, wenn Sie verbindlich sind, werden Sie als ernstzunehmender Kontakt wahrgenommen.

Umgekehrt verlassen Sie sich ja auch darauf, dass Sie das bekommen, was Sie mit anderen verabredet haben. Der Rahmen in einem Netzwerk ist zwar lockerer, als der Umgang mit Kunden. Dennoch sollten Sie zugesagte Unterstützung immer einhalten.


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