IT-Sicherheit

158.000 Drucker von Schüler gehackt

Internetfähige Drucker können für Hacker leichte Beute sein. Das hat ein Schüler eindrucksvoll bewiesen. Mit einem Schlag kaperte er weltweit tausende Drucker. Sein Ziel: Aufrütteln. Denn der Schaden kann verheerend sein.

von Denny Gille

Ein Februarabend, ein Kaffee mit Zucker und ein gelangweilter Schüler – das können die Zutaten für einen großen Hackerangriff sein. Der Schüler ist Brite und ein versierter Hacker. Und 158.000 Drucker haben weltweit seine Botschaft gedruckt: Kunst aus Schriftzeichen, garniert mit unheilvollen Nachrichten, wie „Ihr Drucker ist Teil eines lodernden Botnetzes“.

Warum hat der Schüler den Druckerangriff gestartet?

Zu Botnetzsklaven hat der Hacker die Drucker aber nicht gemacht. Seine Aktion hatte vor allem ein Ziel: Er wollte aufklären, erzählt er dem Nachrichtenportal Motherboard im Interview. Das Problem: Viele internetfähige Drucker sind offen über das Internet ansprechbar. Diese Lücke hat der Hacker genutzt, um ihnen automatisiert Druckaufträge zu senden.

Welchen Schaden kann ein gehackter Drucker anrichten?

Zu den Folgen gehackter Drucker hat die Ruhr Universität Bochum im Februar eine Forschungsarbeit veröffentlicht. Handelt es sich bei den Druckern um sogenannte Postscript-Drucker (ältere Modelle, aber weit verbreitet), können Hacker mit einem gekaperten Netzwerkdrucker zum Beispiel Folgendes tun:

  • Druckaufträge mitschneiden und auslesen
  • Druckaufträge manipulieren (zum Beispiel Zahlen im Ausdruck ändern)
  • in Einzelfällen: Arbeitsspeicher und Festplatteninhalte auslesen

Welchen Schutz empfiehlt der Hacker?

„Wenn möglich, sollten die Leute ihre Drucker vom Internet nehmen“, meint der Hacker im Motherboard-Interview.