Dann vergessen Sie sich, ihre Mitarbeiter einzubeziehen.
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Strategie

3 Gründe: Darum sollte Ihr Team bei der Betriebsoptimierung mitreden

Betriebsoptimierung kann eine mühsame Sache sein. Besser funktioniert sie, wenn Sie alle Ihre Mitarbeiter einbeziehen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Verbesserungspotenzial gibt es in jedem Betrieb.
  • Bei Problemen auf der Arbeitsebene kennen Ihre Mitarbeiter sich am besten aus.
  • Wenn sich alle Mitarbeiter beteiligen, hören Sie nicht nur die Ansichten der Meinungsführer.
  • Lösungen, die von allen besprochen und beschlossen werden, werden eher umgesetzt, als wenn sie als Anweisung vom Chef kommen.

Arbeitsabläufe sind umständlich, Firmenfahrzeuge wirken ungepflegt, Absprachen auf Zuruf bleiben irgendwo stecken – im jedem Betrieb gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Doch so sehr Sie als Chef auch grübeln, umorganisieren und planen: Wenn Sie Ihr Team nicht miteinbeziehen, hilft das alles nichts. Handwerkercoach Andrea Eigel hat schon viele Betriebe beraten und nennt drei Hauptgründe, warum Sie alle Ihre Mitarbeiter bei Veränderungen einbeziehen sollten.

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1. Sie erfahren, wo die Probleme wirklich liegen

Wer erledigt bei Ihnen die tägliche Arbeit? Ihre Mitarbeiter. Und wer weiß daher am ehesten, wo auf dieser Ebene die Probleme liegen? Ebenfalls Ihre Mitarbeiter. Also sollten Sie sie fragen! „Um an die ehrliche Meinung Ihrer Mitarbeiter zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten“, sagt Andrea Eigel. „Chefs können in Mitarbeitergesprächen gezielt nach Dingen fragen, die den Mitarbeiter stören und Verbesserungsvorschläge erbitten. Auch bei Mitarbeiterbesprechungen kann ein konkretes Thema, etwa die Sauberkeit der Fahrzeuge, angesprochen werden.“

Das Problem: Mitarbeiterrunden verkommen schnell zu Meckerrunden. „Als Chef muss ich dann dafür sorgen, dass lösungsorientiert diskutiert wird und niemand dem anderen Vorwürfe macht“, so Eigel.

2. Sie hören nicht nur die Meinungsführer

Sie haben vielleicht einen Mitarbeiter, mit dem Sie besonders gut zusammenarbeiten? Oder ein Mitglied des Teams spricht gern für alle? Das hilft in der täglichen Arbeit, aber wenn es darum geht, Problemen in den Betriebsabläufen auf die Spur zu kommen, sollten Sie nicht nur den Meinungsführern zuhören.

„Gerade in großen Runden trauen sich zurückhaltende Mitarbeiter nicht, etwas zu sagen – vor allem, wenn vorher schon die selbstbewussten Kollegen ihre Meinung gesagt haben“, sagt Andrea Eigel. Doch die Position der Schüchternen sei genauso wichtig.

„Sie müssen alle zum Sprechen bringen“, betont Andrea Eigel. „Sonst gibt es bei Verbesserungen nur Lösungen, die den Meinungsführern passen. Und das müssen nicht immer die besten sein.“

Ihr Tipp: Versuchen Sie, in Mitarbeiterrunden alle einzubeziehen. Manchmal können Karten helfen, auf die die Kollegen anonym ihre Fragen und Ideen aufschreiben. Wenn Sie das Gefühl haben, dass ihre Mitarbeiter so nicht zu knacken sind, kann hier ein externer Moderator helfen.

3. Aus dem Team kommen Lösungen, die auch umgesetzt werden

Sie haben schon oft über demselben Problem gegrübelt, aber die von Ihnen angeordneten Lösungen werden nicht umgesetzt?

„Dafür gibt es viele Gründe“, sagt Andrea Eigel:

  • Die Chef-Lösung passt nicht zu den Arbeitsabläufen der Mitarbeiter.
  • Es treten Missverständnisse auf: Die Mitarbeiter haben die neue Anweisung nicht verstanden oder interpretieren sie unterschiedlich.
  • Mitarbeiter fühlen sich übergangen, weil sie nicht gefragt wurden, und boykottieren die Anweisungen.
  • Aus Bequemlichkeit oder um Grenzen zu testen, ignorieren Mitarbeiter Ihre Anweisungen.

„Wenn aber die Lösung für ein Problem von allen gemeinsam besprochen und beschlossen wurde, haben sie auch alle verstanden“, so Eigel. Sie hat bereits erlebt, dass aus dem Kreis der Mitarbeiter Lösungen kamen, die der Chef nicht gewagt hätte, vorzuschlagen. So habe es in einem Betrieb Ärger über verdreckte Autos gegeben. „Die Lösung war dann, dass jedes Auto einen Paten bekam, der für das Fahrzeug verantwortlich war“, so Eigel. „Der Chef kam anschließend zu mir und sagte, er habe die Idee auch gehabt. Aber er habe sich nicht getraut, das anzuordnen.“

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