Beim Software-Kauf kann man manche Fehler machen. Gute Beratung und ein guter Vertrag schützen Sie – auch für den Ernstfall.
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Fehlinvestition vermeiden

5 Tipps für den Software-Kauf ohne Reue

Sie wollen große Enttäuschungen mit der nächsten Software vermeiden? Dann treffen Sie Vorsorge – und kennen Sie Ihre Rechte.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

  • Eine Software entspricht nicht den Erwartungen und der Hersteller bewegt sich nicht?
  • Keine Seltenheit – und doch vermeidbar.
  • Was hilft: Alles detailliert schriftlich festhalten, in einem Vertrag. So verhindern Sie Missverständnisse und haben eine Grundlage, um Ihr Recht durchzusetzen.
  • Hilfe durch einen Berater ist immer gut, so verhindern Sie auch Betriebsblindheit!
  • Wenn eine Software nicht die versprochenen Leistungen bringt, dann haben Sie Rechte, zum Beispiel: Geld zurück und Schadenersatz.

Ein Handwerker investiert 20.000 Euro in eine Software, die nicht das hält, was er sich von ihr versprochen hat – trotz klar definierter Anforderungen. Vor Gericht siegt der Software-Hersteller. Wie können Kollegen solche Erfahrungen vermeiden?

1. Nur mit detailliertem Vertrag – und bei Bedarf mit dem Anwalt

Streit um Software sei keine Seltenheit, sagt Niko Härting, Mitglied im Ausschuss Informationsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). „Wo das Soll nicht vernünftig vereinbart wurde, werden Prozesse anstrengend“, warnt der Jurist aus Berlin.

Sein Rat: „Die Anforderungen an die Software müssen vernünftig vertraglich festgelegt werden, je detaillierter, desto besser.“ Fehle im Betrieb das dafür notwendige Fachwissen, „dann braucht man einen IT-ler, der einen berät“. Ob auch die Unterstützung durch einen Anwalt nötig ist? „Je größer ein Projekt ist, desto besser ist es, schon vor Vertragsabschluss zum Anwalt zu gehen“, meint Härting.

2. Verhindern Sie Missverständnisse

Eigentlich scheint alles klar besprochen zur neuen Software – doch der eine sagt dies, der andere versteht das? Das kommt überall vor und ganz besonders in Gesprächen zwischen IT-Experten und Kunden. Detaillierte schriftliche Anforderungen schützen auch vor solchen Missverständnissen, weiß Kay Lutz Pakula von der Handwerkskammer Oldenburg.

„Wenn man die Dinge nicht im Detail ausgearbeitet hat, kann das immer ganz unterschiedlich gemeint und verstanden werden“, erklärt der Berater für Innovation und Technologie (BIT). Auch wenn ein Handwerker alle Anforderungen im Kopf hat und mit wenigen Worten zusammenfassen könnte: Für die Zusammenarbeit mit einem Softwareanbieter sei das zu wenig. „Schlagworte allein genügen nicht“, sagt Pakula.

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3. Schützen Sie sich vor Betriebsblindheit

Selbst wenn Handwerker sich mit Software auskennen, bestehe die Gefahr der „Betriebsblindheit“, warnt der Berater. Dinge, die für den Unternehmer als Auftraggeber völlig klar und offensichtlich sind, müssen es nicht automatisch für den Programmierer sein. „Darum sollte man sich bei größeren Software-Projekten unbedingt Hilfe holen, es gibt genügend Angebote“, rät auch Pakula.

Er selbst helfe zum Beispiel Handwerkern dabei, sich über ihre Anforderungen an eine Software klar zu werden, biete Vorträge und Workshops an und könne Kontakt zu Experten vermitteln.

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