5 Tipps machen Ihnen das Finden leichter.
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Personal

5 Tipps: So finden Sie Ihren Wunsch-Azubi

Sie versuchen verzweifelt, eine Lehrstelle zu besetzen, aber es klappt nicht? Dann helfen Ihnen diese Tipps weiter.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Sie finden keine Azubis? Dagegen können Sie etwas tun: Fragen Sie sich als erstes ehrlich, wie gut Ihre Ausbildung ist. Gibt es Luft nach oben?
  • Nehmen Sie Kontakt zu den örtlichen Schulen und den Lehrern für Berufsorientierung auf und bringen Sie sich aktiv ein.
  • Machen Sie niedrigschwellige Angebote für Schnuppertage und Praktika. Gestalten Sie die Zeit so, dass die Schüler einen positiven Eindruck mitnehmen.
  • Klappern gehört zum Handwerk: Werben Sie auf unterschiedlichen Kanälen für Ihren Betrieb und um Azubis: eine informative Website, ein witziger Autoaufkleber oder ein Plakat gegenüber der Schule.

Für viele Handwerker ist es Realität: Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt, weil die Bewerber fehlen oder nicht geeignet sind. Sabine Bleumortier, selbstständige Trainerin und Rednerin rund um die betriebliche Ausbildung, kennt die Probleme kleiner Unternehmen. Ihre Tipps helfen bei der Suche nach dem Wunsch-Azubi.

Tipp 1: Bieten Sie eine gute Ausbildung

Es klingt banal, aber Hand aufs Herz: Wie gut ist die Ausbildung, die Sie bieten? „Als Betrieb muss man sich die Frage stellen, ob ich meinem Azubi bei der Betreuung, Prüfungsvorbereitung und der Ausbildung wirklich etwas biete“, sagt Sabine Bleumortier. „Da hapert es überraschend oft.“

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Denn wenn sich Azubis nicht wertgeschätzt fühlen, nur Hilfsarbeiten erledigen müssen oder ständig zu Überstunden herangezogen werden, spricht sich das herum. „Wenn Sie aber Ihrem Lehrling eine gute Ausbildung ermöglichen, vielleicht sogar mit Auslandsaufenthalt oder anderen zusätzlichen Leistungen und guter Übernahmeperspektive, bekommen Sie einen begeisterten Azubi-Botschafter.“

Tipp 2: Arbeiten Sie mit den örtlichen Schulen zusammen

Eine gute Möglichkeit, Jugendliche für Ihren Betrieb zu interessieren, besteht in einer engen Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen. Gerade an Real-, Haupt- oder Oberschulen und an den Gesamtschulen gibt es Lehrer, die für das Thema Berufsbildung zuständig sind. „Warten Sie nicht, bis die Schulen sich melden, sondern nehmen Sie Kontakt auf“, sagt Ausbildungsexpertin Bleumortier. „Bringen Sie in Erfahrung, was die Schule zum Thema Berufsorientierung anbietet und wie Sie sich beteiligen können.“

So können Sie beispielsweise Besuche im Unterricht anbieten, die entweder Sie oder einer Ihrer Auszubildenden wahrnimmt. Existiert eine Liste für Schüler mit Betrieben, die Praktika oder Zukunftstage anbieten? Stellen Sie sicher, dass Sie darauf zu finden sind. Falls es eine Schulzeitung gibt, können Sie Anzeigen schalten, um auf Ihren Betrieb aufmerksam zu machen.

Tipp 3: Geben Sie Schülern Möglichkeiten für Schnuppertage oder Praktika

„Alles, was den jungen Leuten die Möglichkeit gibt, in Ihrem Betrieb hineinzuschnuppern, kann Ihnen einen guten Azubi verschaffen“, sagt Sabine Bleumortier. Viele der jungen Leute wüssten nicht, welche Berufe es gibt und welche Möglichkeiten sie haben. Zum Kennenlernen eignen sich nicht nur das klassische Betriebspraktikum oder der Zukunftstag. „Während der Ferien können Sie einen festen Wochentag als Schnuppertag anbieten“, so Bleumortier. „Am besten, Sie stellen ein Schild ins Schaufenster oder schreiben es auf Ihr Auto: Montags Schnuppertag für Schüler!“ Auch Ferienjobs sind bei Jugendlichen gefragt, um ihr Taschengeld aufzubessern.

Wichtig: Wenn Sie solche spontanen Schnuppertage oder Ferienjobs anbieten, müssen Sie damit rechnen, dass auch Interessenten kommen. „Das Team sollte unbedingt mitziehen, und Sie sollten einen Mitarbeiter oder Auszubildenden benennen, der sich um den Schüler kümmern und ihm Aufgaben geben kann“, betont Bleumortier. „Sonst verpufft das Ganze.“

Tipp 4: Klappern Sie auf allen Kanälen

Klappern gehört zum Handwerk, lautet ein altes Sprichwort. Halten Sie sich daran und lassen überall verlauten, dass Sie Auszubildende suchen. „Sicherlich sind Schüler vor allem in sozialen Netzwerken unterwegs. Aber nach Informationen über Ausbildungen suchen sie dort nicht unbedingt“, sagt Sabine Bleumortier. Wichtiger sei es, eine gute Website zum Thema Ausbildung in Ihrem Betrieb zu haben. „Denn die jungen Leute machen es wie alle: Wenn sie etwas suchen, wird gegoogelt.“ Also sollten Sie ihre Seite optimieren, damit Sie bei Google Jobs gefunden werden. „Oder Sie schalten über Google Ads eine Anzeige, dann sind Sie auf jeden Fall auf der ersten Ergebnisseite zu finden“, so Bleumortier.

Gibt es in Ihrem Ort eine Lokalredaktion der örtlichen Tageszeitung oder ein kostenloses Anzeigenblatt? „Dann nehmen Sie Kontakt zu den zuständigen Journalisten auf, wenn Sie eine Geschichte zu erzählen haben“, rät Bleumortier. Sie muss gar nicht unbedingt mit dem Thema Ausbildung zu tun haben. Haben Sie einen Preis gewonnen, feiern Sie ein Firmenjubiläum oder ist Ihr Azubi Jahrgangsbester? „Wenn Sie mit Ihrem Betrieb positiv in der Zeitung erscheinen, erreichen Sie auch die Eltern der angehenden Azubis“, sagt Sabine Bleumortier. Und die spielen bei der Berufswahl keine kleine Rolle.

„Es muss nicht immer die große Aktion sein“, so Bleumortier. „Manchmal reicht auch ein Werbeplakat an der Bushaltestelle bei der Schule.“

Tipp 5: Koordinieren Sie sich mit anderen Handwerksbetrieben am Ort

Sie sind sicher nicht der einzige Betrieb im Ort, der Probleme mit der Besetzung der Lehrstellen hat. Schließen Sie sich zusammen! „Denkbar ist zum Beispiel ein Tag der offenen Tür in den Handwerks-Betrieben am Ort“, schlägt Sabine Bleumortier vor. An diesem Tag könnten spezielle Aktionen stattfinden; die Azubis können ihren Job den Nachwuchskräften vorstellen. „Oder Sie entwickeln ein Quiz, in dem in wenigen Fragen geklärt wird, ob jemand für Ihre Ausbildung geeignet ist oder nicht.“ Falls ja, bieten Sie am besten sofort ein Praktikum an. Falls nein, dann klappt es vielleicht beim Kollegen nebenan.

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