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"50 plus": Motiviert oder ausgebrannt?

Als Kunden sind sie gern gesehen, doch als Mitarbeiter stehen die Vertreter der Generation "50 plus" oft auf der Abschussliste. Weil sie "ausgebrannt" sind, wie ein Handwerksmeister meint. Ob das stimmt? Eine aktuelle Studie belegt anderes.

Durch eigenen Einsatz und Leistung im Leben etwas zu erreichen, das ist für rund die Hälfte der über 50-Jährigen wichtig bis sehr wichtig. Bei jüngeren Mitarbeitern liegt dieser Wert nur unwesentlich höher, hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln in einer Umfrage herausgefunden. Allerdings können ältere Mitarbeiter noch mit anderen Vorteilen punkten, berichten die Wissenschaftler: Ältere seien treuer gegenüber dem Arbeitgeber, verfügten über viel Know-how, und sie seien besonders umsichtig und vorausschauend.

Und wie sieht die Wirklichkeit aus? #132;Mit 50 sind viele körperlich ausgebrannt #147;, hält ein Handwerksmeister dagegen, daran würden auch Motivation und Fachwissen nichts ändern. Das sei in vielen Firmen so, nur drüber sprechen wolle keiner, sagt der Unternehmer #150; und möchte darum auch nicht namentlich genannt werden.

Nach Leistungsfähigkeit einsetzen
Dass es auch anders geht, beweist Wilhelm Gobbers, Geschäftsführer der Gobbers Haustechnik GmbH in Krefeld. #132;Der Krankenstand unserer älteren Mitarbeiter ist nicht höher als bei den jüngeren #147;, berichtet der Unternehmer. Rund 15 seiner 50 Mitarbeiter gehören zur Altersgruppe #132;50 plus #147;. Positiv wirkt sich auf den Krankenstand aus, dass Gobbers seine Leute nach Qualifikation und körperlicher Leistungsfähigkeit einsetzt. Großbaustellen sind bei ihm eher Aufgabe der jüngeren Kollegen. Die älteren wechseln irgendwann in Kundendienst, Beratung, Arbeitsvorbereitung, Akquise oder Bauleitung. #132;Das sind Aufgaben, die körperlich nicht so anstrengend sind, bei denen es dafür aber auf Erfahrung und Qualifikation ankommt. #147;

Motivation nimmt zu
Und wie steht es um die Motivation? #132;Die ist mit dem Alter tendenziell sogar noch etwas höher #147;, betont Gobbers. Denn mit dem Alter entwickelten sich Mitarbeiter immer mehr zu #132;Problemlösern #147;, die Spaß daran haben, nicht nur Vorgaben abzuarbeiten.

Nicht nur für Mittelständler
Für Gobbers ist der Einsatz älterer Mitarbeiter keine Frage der Betriebsgröße. Kleinere Firmen hätten vielleicht nicht so viele Einsatzmöglichkeiten, doch dafür auch andere Kunden und Aufgaben: #132;Kleine Firmen werden kaum die anstrengenden Großbaustellen übernehmen, sondern eher kleinere Aufträge, die körperlich nicht so anstrengend sind. Darum sollten auch dort Möglichkeiten bestehen, ältere Mitarbeiter einzusetzen. #147;

Solche Möglichkeiten müssen in Zukunft immer mehr Betriebe nutzen, denn der Anteil älterer Arbeitnehmer wächst. Schon heute ist ein Drittel der Beschäftigten älter als 50 #150; Tendenz: steigend.

Ausgebrannt oder motiviert? Können Sie sich eine Zukunft vorstellen, in der immer mehr Ihrer Mitarbeiter 50 und älter sind? Bereiten Sie sich vielleicht sogar schon darauf vor? Schreiben Sie uns einen Leserbrief

So fördern Sie ältere Kollegen

Körperlicher Verschleiß beginnt nicht erst im Alter. Sie können einiges zur Gesundheit Ihrer Mitarbeiter beitragen:

- Sorgen Sie für ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze.

- Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter daran, die Arbeitsschutzvorschriften einzuhalten.

- Planenn Sie Job-Rotation ein.

- Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, die Gesundheitsangebote der Krankenkassen zu nutzen, wie zum Beispiel Rückenschulen und Antistressseminare.

- Tipp: Viele Krankenkassen unterstützen Unternehmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement. Sie helfen bei der Suche nach Ursachen von Gesundheitsproblemen und entwickeln Lösungsmöglichkeiten.

Die geistige Fitness älterer Arbeitnehmer können Sie ebenfalls fördern:

- Schließen Sie Ältere nicht aus, wenn Sie neue Maschinen, Computer und beschleunigte Produktionsabläufe einführen.

- Weiterbildung ist keine Frage des Alters, sondern allenfalls der Methoden und des Lerntempos: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern altersgerechte Weiterbildung an.

- Nicht zuletzt sollte sich Ihr Betrieb auf die speziellen Bedürfnisse und Fähigkeiten älterer Arbeitnehmer einstellen. Dazu gehören:

- Arbeiten in altersgemischten Teams Aufgaben, bei denen besonders Fachwissen, Erfahrung und Umsicht gefragt sind angepasste Arbeitszeiten ein gleitender Übergang in den Ruhestand.

(jw)

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