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50 Prozent schieben Überstunden

Volle Auftragsbücher treffen in vielen Handwerksbetrieben auf ausgedünnte Personaldecken. Zusätzlich wird die Situation durch zunehmenden Fachkräftemangel verschärft. Wie meistern Sie die Engpässe im betrieblichen Alltag, wollten wir von Ihnen wissen.

Volle Auftragsbücher treffen in vielen Handwerksbetrieben auf ausgedünnte Personaldecken. Zusätzlich wird die Situation durch zunehmenden Fachkräftemangel verschärft. Wie meistern Sie die Engpässe im betrieblichen Alltag, wollten wir von Ihnen wissen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Gut 50 Prozent der Umfrageteilnehmer schieben Überstunden, um die Aufträge fristgerecht abarbeiten zu können. Jeweils gut 13 Prozent der Befragten holen sich Hilfe bei Zeitarbeitsanbietern beziehungsweise beauftragen selbst Subunternehmer. Weitere knapp 5 Prozent lernen Hilfskräfte an, um Auftragsspitzen abzufedern. Bei den verbleibenden knapp 20 Prozent der Umfrageteilnehmer sind Engpässe hingegen kein Thema. Bei ihnen ist der derzeit von allen Seiten beschworene Aufschwung offenbar noch nicht angekommen.

Hanns-Eberhardt Schleyer warnte indes kürzlich in einem Gespräch mit dem Handelsblatt das die Arbeitskräfteknappheit schon bald die Konjunktur bremsen könnte: Man nähere sich in Deutschland einer Situation, in der ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zum echten Bremsklotz für den Wirtschaftsaufschwung werden kann, sagte er dem Blatt.

Eine Lösung der sich gerade im Handwerk immer deutlicher abzeichnenden Personalprobleme könnte in der Weiterqualifizierung von älteren Mitarbeitern liegen, sagt Dr. Ullrich Kornhardt, stellvertretender Geschäftsführer des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen. Mit Blick auf die demografische Entwicklung seien die Betriebe gut beraten, die innerbetrieblichen Produktionsprozesse altersadäquat zu gestalten. Da sich die Berufe dynamisch verändern, stehen die Betriebe sonst früher oder später vor Qualitätsproblemen, warnt der Experte. Denn gerade im Wettbewerb mit der Industrie, würde der Kampf um die besten Köpfe nicht einfacher werden.

Gleiches gelte auch für den Ausbildungsbereich. Früher hat das Handwerk immer über den Bedarf hinaus ausgebildet. Heute gibt es oft Probleme, überhaupt qualifizierte Auszubildende zu finden, sagt Kornhardt und empfiehlt: leistungsstarke Auszubildende durch Karriereanreize längerfristig an den Betrieb zu binden.

(ha)

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