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Offizielle Ansprache

7 Tipps für Ihre nächste kurze Rede

Eine Rede halten und dabei unternehmerische Ziele erreichen, schafft, wer sich vorbereitet. Die 7 besten Tipps vom Rhetorik-Trainer für Einweihungen, Jubiläen und andere offizielle Anlässe.

Auf einen Blick:

  • Wichtig für eine gute Rede ist eine Kernbotschaft, die Sie Ihrem Publikum mitteilen wollen. Passen Sie die Botschaft dem Anlass an: Eine Rede zu einem wichtigen Projekt beinhaltet andere Punkte als die Ehrung eines Mitarbeiters.
  • Holen Sie das Publikum gleich zu Beginn Ihrer Rede auf Ihre Seite und straten Sie mit einer kernigen Aussage anstatt mit minutenlangen Begrüßungen der Gäste.
  • Wer frei redet, hat den Vorteil, dass er natürliche Wörter wählen kann und nicht an starren Sätzen klebt. Stichpunkte als Vorbereitung reichen aus - und lautes Vorsprechen der Sätze hilftzur Vorbereitung.
  • Mit kurzen Sätzen, langsamer Sprache und kleinen Pausen sowie Blickkontakt, halten Sie Ihre Zuhörer bei der Stange. Und heben Sie sich ein Highlight bis zum Schluss auf.

Ihre Firma hat mächtig rangeklotzt und ihr Kunde wünscht von Ihnen eine kleine Rede zur Eröffnung seines Bauprojekts? Einer Ihrer besten Mitarbeiter arbeitet 10 Jahre für Sie? Eine Rede vor Handwerkskollegen steht an? Wunderbar, das gibt Ihnen die Chance zu punkten und unternehmerische Ziele zu verfolgen. Und das sollten Sie auch. Denn irgendwie rein, durch und wieder raus aus einer Rede kommen, stiehlt Ihnen und Ihrem Publikum Zeit.

Rhetorik-Trainer Karsten Bredemeier rät dazu, sich von Anfang an das Ziel Ihrer Rede vor Augen zu führen. Für beste Erfolgsaussichten formulieren Sie so konkret wie möglich. "Nach dieser Ansprache empfiehlt mein Auftraggeber mich weiter!"

Dr. Bredemeiers 7 Tipps für erfolgreiche Reden

1. Die Kernbotschaft

Wenn Sie das Ziel Ihrer Rede formuliert haben, machen Sie sich Gedanken über Ihre Kernbotschaft. Überlegen Sie: Welche Elemente meiner Unternehmensphilosophie passen am Besten zum aktuellen Anlass? Die Eröffnung nach einem komplizierten Bauprojekt bietet sich an, um sich als Experten für schwierige Fälle zu positionieren.

Das Jubiläum eines Top-Mitarbeiters können Sie nutzen, um Ihr Team zu stärken. "Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden zufrieden sind". Fast immer lässt sich der Kern Ihrer Rede in einem Satz zusammenfassen. Dann zieht sich Ihre Botschaft variiert durch die gesamte Rede.

2. Das Publikum

Viele tappen in die Falle, zu viel vorauszusetzen. Lassen Sie Fachbegriffe weg, wenn Ihre Botschaft auch Laien erreichen soll. Um Ihr Publikum abzuholen, setzen Sie direkte Ansprachen ein. Zum Beispiel: "Bitte machen Sie sich folgendes bewusst…" oder "Da steht der fertige Bau, führen Sie sich einmal vor Augen …"

3. Starten Sie mit voller Aufmerksamkeit

Auf "Sehr geehrte Damen und Herren" folgen oft der Bürgermeister, der Landrat, Meyer, Müller, Lehmann und weitere Honoratioren. Solche Begrüßungslisten sind doppelt gefährlich, sagt Karsten Bredemeier. Erstens: Sprechen Sie einen Namen falsch aus, haben Sie schon ein Eigentor geschossen. Zweitens: Ihr Publikum ahnt schon, was kommt und erträgt die vermeintliche Höflichkeit unwillig. Die Folge: Die Aufmerksamkeit schwindet, ehe es losgeht. Darum: Vermeiden Sie solche Listen nach Möglichkeit.

Nutzen Sie stattdessen den Überraschungseffekt: Beginnen Sie dazu mit einer kernigen Aussage, noch bevor Sie begrüßen. "Meine Damen und Herren ein gelungenes Bauwerk, eine gelungenes Projekt, eine gelungene Herausforderung steht vor uns."

4. Reden Sie vorbereitet und frei

Ihr Publikum wird es mögen, wenn Sie in Ihrer Rede kurz nach einem Wort suchen. Das ist natürlich und Anteil nehmend. Bereiten Sie Ihre Rede darum in Stichworten vor und sprechen Sie sie vorab drei bis viermal laut durch. So haben Sie einerseits ihre Rede parat und wichtige Anker zur Stütze. Andererseits verhilft Ihnen diese Methode zu einer natürlichen Wortwahl. Vorsicht bei recycelten Reden: Sie rächen sich besonders bitter, wenn Sie alte Jahreszahlen oder falsche Namen enthalten.

5. Bewusste Pausen und Blickkontakt

Machen Sie es Ihrem Publikum einfach, Ihnen zuzuhören und Sie zu mögen.

  • A. Sprechen Sie langsam.
  • B. Setzen Sie Pausen. Dafür müssen Sie nicht einmal aufs Satzende warten. 3-5 Worte, kurze Pause.
  • C. Nehmen Sie Blickkontakt auf, halten Sie ihn für 3-5 Worte und wechseln Sie dann wieder.

6. Starker Schluss mit Appell

Wer den letzten Worten seiner Rede schnell ein „herzlichen Dank“ hinterherschickt, nimmt den eigenen Worten die Kraft. Ihre letzte Aussage verpufft. Besser: Richten Sie einen Appell an Ihre Zuhörer. Zum Beispiel, wenn auf Ihre Kernbotschaft dieser Schlusssatz folgt: "Bitte führen Sie sich das immer vor Augen, wenn Sie dieses Bauwerk anschauen." Danach gilt: Bis 3 zählen und die Pause aushalten! Es mag etwas länger dauern, bis Ihre Zuhörer zum Applaus ansetzen. Die Wirkung ist aber größer. Nach der Pause ist ein "danke" völlig in Ordnung.

7. Aus der Mode gekommen …

…sind alte Zitate der üblichen Verdächtigen Goethe, Schiller, Heine. Das wirkt oft antiquiert. Besser: Wandeln Sie Redewendungen passend ab. Beispiel: "Wer zu spät kommt, den bestrafen die (verschlossenen) Läden".

Auch weit ausladende seitliche Gesten verfehlen die gewünschte Wirkung. Setzen Sie eher auf nach vorne gewandte Gesten in Richtung Publikum. Lächeln Sie jemanden an. Unbewusst ernten Sie ein Nicken. Mit dieser Körpersprache überzeugen Sie leichter. Viel Erfolg!

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