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Abschreibungen nutzen - Investitionen vorziehen

Die degressive Abschreibung läuft Ende 2010 aus. Jetzt kann es sich für Handwerker noch lohnen, für 2011 geplante Investitionen vorzuziehen.

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Einen satten Investitions-Endpsurt sagt das Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung noch zum Jahresende voraus. Viele Unternehmen würden noch den günstigen degressiven Abschreibungssatz für Investitionen nutzen. Der war als Konjunkturmaßnahme auf Investitionen der Jahre 2009 und 2010 begrenzt, aber 2011 gilt wieder die lineare Abschreibung.

Vorteil nutzen: 25 Prozent abschreiben
Der Vorteil der degressiven gegenüber der linearen Abschreibung: Unternehmen können jährlich das 2,5-fache dessen als Abschreibung steuermindernd ansetzen, was bei der linearen Abschreibung möglich gewesen wäre, maximal jedoch 25 Prozent der Anschaffungskosten beziehungsweise des Buchwerts pro Jahr.

Ein Beispiel: Sie investieren 50.000 Euro in eine neue Maschine, die über acht Jahre abzuschreiben ist. Nach linearer Abschreibung könnten Sie acht Jahre lang jedes Jahr 6250 Euro abschreiben. Bei der degressiven Abschreibung sind es im ersten Jahr hingegen 12500 Euro (25 Prozent der 50.000 Euro Anschaffungskosten), im zweiten Jahr 9375 Euro (25 Prozent des Buchwerts von nunmehr 37500 Euro) usw.

Die degressive Abschreibung gibt es allerdings nur für bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, sprich: für Maschinen, Anlagen, Firmenwagen, Büromöbel oder Computer, jedoch nicht für Investitionen in Immobilien.

Wann lohnt sich die degressive Abschreibung?
Eine Faustformel lautet, dass die degressive Abschreibung bei Investitionen in Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens fünf Jahren günstiger ist als die lineare Abschreibung. Denn linear kann nur mit 20 Prozent jährlich abgeschrieben werden, degressiv jedoch mit bis zu 25 Prozent.

Geplante Investitionen vorziehen!
Ob sich die Investitionen noch zum Jahresende lohnen, sollten Handwerker indes nicht alleine von den Steuervorteilen abhängig machen, rät Horst Schade, Vizepräsident der Steuerberaterkammer Niedersachsen: "Investitionen sollte man nur dann vorziehen, wenn man sie bereits für das erste Quartal 2011 geplant hatte."

Und auch dann rät Schade, genau zu rechnen. "Was nützt ein späterer Steuervorteil, wenn dem Unternehmen durch die vorgezogene Investition höhere Finanzierungskosten entstehen?" Zumal der Steuervorteil bei solch späten Investitionen in 2010 relativ gering ist, da sie im Jahr der Anschaffung nur anteilig für die Monate ab dem Zeitpunkt der Anschaffung abgeschrieben werden können. "Den vollen Vorteil der degressiven Abschreibung bekommt ein Unternehmer also erst 2012 zu spüren - wenn er den Abschluss 2011 beim Finanzamt einreicht."

(jw)

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