Im Mirka-Case finden der Schleifer und sein Zubehör ihren Platz.
Foto: Thomas Vahle

Werkzeug

Mirka AOS-B: Schleifzwerg im Praxistest

Mit dem AOS-B hat Mirka den kleinsten Akku-Blütenschleifer auf den Markt gebracht. Ist das ein Werkzeug oder doch eher nur ein niedliches Spielzeug?

Auf einen Blick:

  • Ist das ein Spielzeug? Auf den ersten Blick wirkt der kleine Akku-Blütenschleifer von Mirka fast so. Doch der Test des AOS-B 130 NV genannten Schleifwerkzeugs zeigt ein ganz andres Bild.
  • Konzipiert ist das kleine Werkzeug in erste Linie für die sogenannte Smart-Repair, also das Ausbessern von kleinen Schadstellen.
  • Nicht nur an die Kfz-Werkstatt haben die Entwickler gedacht – mit dem Akku-Werkzeug lassen sich auch Schadstellen in Holz und Kunststoff ausbessern.
  • In der Praxis schlägt sich der Blütenschleifer wacker, überzeugt mit gutem Bedienkomfort und Schleifmitteln mit überraschend hohen Standzeiten.

Auf den ersten Blick wirkt er eher wie ein Spielzeug, der Akku-Blütenschleifer AOS-B 130 NV vom Schleifspezialisten Mirka aus Sulzbach im Taunus: Mit seinen 660 Gramm Gewicht und seinem Schleiftellerchen mit einem Durchmesser von 32 Millimetern fällt es schwer, das Gerät wirklich ernst zu nehmen. Ist das nicht eher was für die Zahnarztpraxis? Zum Zähne­polieren? Doch schon ein erster Probelauf zeigt: Dafür ist er ganz offensichtlich nicht gemacht. Es sei denn, die Zähne sollen komplett verschwinden.

Schadstellen im Visier

Gemacht ist der AOS-B in erster Linie für die sogenannte Smart Repair, also das Ausbessern von kleineren Schadstellen. Mirka hatte bei der Entwicklung nicht nur Kraftfahrzeug-Betriebe im Blick, sondern vor allem auch Tischler. Denn schnell passiert beim Einbau von Fenstern und Türen ein kleines Malheur, über das sich der Schreiner ärgert und das der Kunde am besten überhaupt nicht sehen sollte.

Testobjekt: Ein Treppengeländer aus der Jahrhundertwende

Wir haben den kleinen AOS-B an einem Treppengeländer aus der Jahrhundertwende ausprobiert. Hier spielt er nicht nur seine Stärke an Rundungen und engen Radien aus, sondern auch an drei Schichten altem Lack und einer Vielzahl von hässlichen Einschlüssen. Beides raspelt das 180er-Papier – bei Mirka heißt es Ultimax P180 – in kürzester Zeit problemlos weg. Für hartnäckigere Fälle empfiehlt das Unternehmen eine erste Behandlung mit P40 oder P80. Das ist hier aber nicht nötig und mit dem P180 erreichen wir sofort eine Oberfläche, die für einen neuen Anstrich bereit ist.

Extrem hohe Standzeit

Die Drehzahl lässt sich übrigens über zwei Knöpfe problemlos variieren. Auffallend ist die extrem hohe Standzeit des Ultimax-Papiers. Ebenso die des Akkus: Er verrichtet seine Arbeit über Stunden und ist nach gut 45 Minuten wieder voll geladen. Es ist aber nicht nötig, so lange Kaffeepause zu machen, denn einen Zweit-Akku liefert Mirka gleich mit. Und noch zwei Dinge sind auffällig: Der AOS-B arbeitet leise und die Vibrationen sind angenehm gering.

Poliertuch aus Mikrofaser

Für den Test hat Mirka uns das Set für die Reparatur und die Sanierung von Fenstern geliefert. Darin enthalten sind neben dem AOS-B Ultimax-Papier P40, P80 und P180, die Netzschleifscheiben Abranet P240 bis P800 und das Feinschleifmittel Abralon P1000 bis P4000. Zwei Schleifteller ermöglichen die Verwendung von selbstklebenden Schleifscheiben oder aber mit Klettverbindung. Ebenso gehören zum Set ein Poliertuch aus Mikrofaser, die Politur Polar­shine und natürlich das große Mirka-Case, damit alles gut untergebracht ist.

Bei der Sanierung von alten Holzfenstern empfiehlt Mirka, zunächst mit Ultimax P40 und P80 zu schleifen, um den alten Anstrich anzuschleifen oder ganz zu entfernen. Nach dem Schliff mit P180 ist das Fenster bereit für die neue Oberflächenveredelung. Deutlich feineres Material erfordert die Sanierung von Kunststofffenstern: Hier empfiehlt es sich, den Rahmen mit Abranet P800 zu schleifen. Sind gröbere Kratzer zu beseitigen, können auch schon mal P320 oder P500 die richtige Wahl sein.

Mit K2000 oder K4000 gegen Schleifriefen

Um die Schleifriefen zu minimieren, sollte anschließend ein Schliff auf Glanz mit Abralon K2000 oder K4000 erfolgen. Beide Schleifmittel werden feucht verwendet. Der letzte Schliff dient dazu, die charakteristische Struktur des Strangprofils wiederherzustellen. Dazu benutzt der Profi ebenfalls das feuchte K2000 oder K4000, allerdings nur in Längsrichtung des Fensterrahmens.

Wie heißt es so schön? – Die Größe ist nicht entscheidend. Ob das tatsächlich in allen Lebensbereichen so ist, das sei hier einfach mal dahingestellt. Sicher ist aber, dass der Spaß an der Arbeit mit dem AOS-B dort anfängt, wo er bei anderen Schleifern aufhört. Und Zahnärzte sollten ganz dringend ihre Finger von dem Gerät lassen.

Daten und Preis

Name: Akku-Blütenschleifer AOS-B

Gewicht: 660 Gramm

Exzenter: 3,0 mm

Drehzahl: 4.000–8.000 U/min

Spannung: 10,8 Volt

Durchmesser Schleifteller: 32 mm

Preis für das getestete Set: 669 Euro zzgl. MwSt.

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